Sinkende Ölpreise und ein schwächerer US-Dollar haben den Silberpreis am Freitag spürbar angetrieben. Das Edelmetall verzeichnete zum Handelsschluss einen Anstieg von 2,8 Prozent auf 61,11 USD je Feinunze. Entlastungssignale im geopolitischen Umfeld dämpften die Sorgen vor Versorgungsengpässen im Energiesektor und verringerten den Inflationsdruck, was den Edelmetallen Auftrieb verlieh.
Geopolitische Signale schwächen den Dollar
Verantwortlich für die Entspannung an den Rohstoffmärkten waren unter anderem politische Signale aus Washington. Medienberichten zufolge erklärte US-Präsident Donald Trump, die USA würden vor den Zwischenwahlen am 3. November 2026 keinen Angriff gegen Iran durchführen. Diese Äußerung entlastete den Rohölmarkt unmittelbar.
Laut Reuters führte der Rückgang der Energiepreise gemeinsam mit dem nachgebenden US-Dollar zu Kursgewinnen bei Gold und Silber. Ein schwächerer Dollar verbilligt in der US-Währung notierte Rohstoffe für internationale Käufer, was die Nachfrage stützte. Gleichzeitig rückten die Zinserwartungen an die US-Notenbank Federal Reserve wieder verstärkt in den Mittelpunkt der Marktteilnehmer.
Marktperspektiven und industrielle Nachfrage
Trotz des jüngsten Kurssprungs notiert Silber weiterhin mit einem Abstand von 50 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Neben den kurzfristigen Währungseffekten blicken Händler zunehmend auf die mittelfristigen Fundamentaldaten von Angebot und Nachfrage. Die London Bullion Market Association (LBMA) meldete für Ende August 2026 physische Tresorbestände in London von 28.431 Tonnen Silber.
Für die kommenden Jahre zeichnen sich unter Analysten jedoch geteilte Erwartungen ab. Die Deutsche Bank warnte am 7. Oktober davor, dass der Silbermarkt im Jahr 2027 von einem Defizit in einen Überschuss drehen könnte. Als wesentliche Treiber nannte das Institut eine nachlassende industrielle Nachfrage, insbesondere durch einen erwarteten Rückgang des Silberverbrauchs bei Solaranwendungen, sowie wachsende verfügbare Lagerbestände.
Dieser Ausblick steht im Kontrast zu den bisherigen Projektionen des Branchenverbands Silver Institute, der vor rund zwei Wochen ein sechstes jährliches Angebotsdefizit in Folge für das Jahr 2026 thematisierte. Ob die industrielle Nachfrage tatsächlich spürbar nachlässt oder die Energiewende den Verbrauch weiterhin stützt, bildet für die mittelfristige Preisbildung den zentralen Orientierungspunkt.
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