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Silber Preis: 820 Millionen Unzen Defizit bis 2026

Der Silberpreis fällt auf 75 Dollar, belastet durch den Energieschock und ausbleibende Zinssenkungen der Notenbanken.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Silber fällt auf 75 US-Dollar
  • Iran-Konflikt treibt Energiepreise
  • Zentralbanken verschieben Zinssenkungen
  • Physischer Markt bleibt defizitär

Eigentlich gilt Silber als klassischer Schutz vor Geldentwertung. Aktuell bewirkt ein massiver Inflationsschock genau das Gegenteil. Der Preis für das Edelmetall fiel am Montag auf gut 75 US-Dollar je Feinunze. Der Grund liegt in der Straße von Hormus.

Energieschock blockiert Zinssenkungen

Die gescheiterten Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran belasten den Markt schwer. Irans andauernde Blockade der wichtigen Seehandelsroute löst den schwersten Energieschock seit Jahrzehnten aus. Vor dem Konflikt flossen hier ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen. Seit Ausbruch der Krise hat Silber rund 17 Prozent an Wert verloren.

Steigende Energiepreise treiben die globale Inflation nach oben. Der Internationale Währungsfonds rechnet mittlerweile mit einer Teuerungsrate von 4,4 Prozent. Die Folge: Zentralbanken streichen ihre geplanten Zinssenkungen. Laut dem FedWatch Tool sehen die Märkte nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 21 Prozent für einen US-Zinsschritt nach unten in diesem Jahr.

Auch die Europäische Zentralbank hat den geldpolitischen Kurs bereits verschärft. Sie hob ihre Inflationsprognose an und senkte die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum. Höhere Zinsen machen renditelose Anlagen wie Silber für Investoren unattraktiv. Ein starker US-Dollar verstärkt diesen Verkaufsdruck zusätzlich.

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Physischer Markt bleibt angespannt

Abseits der geopolitischen Verwerfungen zeigt der physische Markt ein anderes Bild. Silber steuert auf das fünfte Defizitjahr in Folge zu. Die weltweite Minenproduktion stagniert bei gut 800 Millionen Unzen jährlich. Das liegt vor allem daran, dass Silber meist nur als Beiprodukt der Basismetallförderung anfällt.

Marktbeobachter sehen langfristig sogar einen strukturellen Vorteil in der aktuellen Krise. Die große Unsicherheit über die künftige Ölversorgung beschleunigt die weltweiten Investitionen in Solarenergie. Das treibt die industrielle Nachfrage nach dem Edelmetall weiter an.

Analysten blicken trotz des jüngsten Preisverfalls von den Höchstständen im Januar optimistisch nach vorn. J.P. Morgan rechnet für das laufende Jahr mit einem Durchschnittspreis von 81 US-Dollar je Unze. Die Commerzbank geht noch einen Schritt weiter und erwartet bis Ende 2026 einen Anstieg auf 90 US-Dollar.

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