Der Silberpreis steht massiv unter Druck. Das Edelmetall verlor im Handelsverlauf fast vier Prozent an Wert. Mit einem Kurs von rund 72,50 US-Dollar rutschte die Notierung unter eine psychologisch wichtige Marke. Das ist der tiefste Stand des Monats.
Zinsen und Dollar belasten
Auslöser für den Abverkauf ist die US-Notenbank Fed, deren Offenmarktausschuss aktuell tagt. Marktbeobachter erwarten fest eine weitere Zinspause. Der Leitzins dürfte in der aktuellen Spanne bleiben. Das stärkt den US-Dollar.
Der entsprechende Währungsindex kletterte leicht nach oben. Ein starker Dollar macht Silber für Käufer außerhalb der USA teurer, was die weltweite Nachfrage erheblich dämpft.
Geopolitik treibt Inflationssorgen
Parallel dazu belasten geopolitische Krisen den Markt. Der Krieg im Iran und die Blockade der Straße von Hormus treiben die Energiepreise. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet mittlerweile mehr als 111 US-Dollar.
Diese Entwicklung schürt neue Inflationsängste. Verbraucher im Euroraum rechnen laut einer EZB-Umfrage mit einer Teuerung von vier Prozent. Die Folge: Investoren fürchten eine weltweit anhaltend restriktive Geldpolitik. Höhere Zinsen machen unverzinste Anlagen wie Silber unattraktiv.
Starke Nachfrage aus der Industrie
Technisch sieht das Bild kurzfristig angeschlagen aus. Der Kurs notiert deutlich unter seiner 20-Tage-Linie. Analysten sehen die nächste wichtige Unterstützung bei rund 68 US-Dollar.
Fundamental bleibt der Markt robust. China importierte im März eine Rekordmenge von 836 Tonnen Silber. Die Solarindustrie treibt den Verbrauch massiv an. Experten erwarten nun eine Konsolidierungsphase bis Mitte 2026. Solange die starke industrielle Nachfrage anhält, stützt das den langfristigen Aufwärtstrend.
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