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Silber Preis: 67,32 Dollar nach Iran-Deal-Hoffnung

Silber erholt sich deutlich von seinem Jahrestief, angetrieben durch Hoffnungen auf ein US-iranisches Atomabkommen. Der Konflikt um die Straße von Hormus bleibt der zentrale Faktor.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Silber steigt auf 67,32 Dollar
  • Hoffnung auf Iran-Abkommen treibt Kurs
  • Angebotsdefizit von 46,3 Millionen Unzen erwartet
  • Metall verliert 23 Prozent im letzten Monat

Nach einem der heftigsten Tageseinbrüche seit Monaten erholt sich Silber. Am Freitag notiert das Edelmetall bei 67,32 Dollar je Feinunze — gestützt von Hoffnungen auf ein US-iranisches Atomabkommen. Der Auslöser der Kehrtwende ist derselbe, der zuvor den Absturz ausgelöst hat: der Iran-Konflikt.

Frieden als Preistreiber

US-Präsident Trump erklärte, ein Deal mit Teheran könnte noch dieses Wochenende gelingen. Geplante Angriffe wurden verschoben. Irans halboffizielle Nachrichtenagentur Fars meldete, Teheran werde dem Abkommen wohl zustimmen — auch ohne fertigen Vertragstext.

Das reichte für eine Gegenbewegung von mehr als sechs Prozent am Donnerstag. Silber reagierte dabei fast doppelt so stark wie Gold. Der Grund: Ein Friedenssignal befeuert beide Nachfragekomponenten gleichzeitig — die monetäre und die industrielle.

Warum der Einbruch so scharf war

Zwei Monate Schließung der Straße von Hormus haben Spuren hinterlassen. Energiekosten stiegen, Lieferketten stockten, die industrielle Produktion sank — und damit auch die Silbernachfrage. Am Donnerstag eröffneten Silber-Futures bei 63,52 Dollar, dem tiefsten Niveau seit Ende 2025.

Hinzu kamen schlechte Makrodaten. Die US-Erzeugerpreise kletterten im Mai um 6,5 Prozent im Jahresvergleich — stärker als erwartet und der höchste Wert seit November 2022. Die Verbraucherinflation erreichte ein Dreijahreshoch. Die Folge: Märkte preisen nun mögliche Fed-Zinserhöhungen für 2026 ein.

Die EZB hob die Zinsen am Donnerstag erstmals seit 2023 an und erhöhte ihre Inflationsprognosen für 2026 und 2027. Steigende Zinsen belasten nicht verzinsliche Edelmetalle strukturell.

Fundamentale Lage bleibt angespannt

Trotz der Kursverwerfungen stützt das Marktgleichgewicht den Preis. Das Silver Institute erwartet für 2026 ein sechstes aufeinanderfolgendes Angebotsdefizit — diesmal von 46,3 Millionen Unzen.

Die Jahresbilanz bleibt bemerkenswert. Silber stieg von 47 Dollar auf über 100 Dollar und erreichte am 29. Januar 2026 mit 121,62 Dollar sein erstes Allzeithoch überhaupt. Gegenüber dem Jahresstart 2025 entspricht das einem Plus von rund 279 Prozent. Im vergangenen Monat verlor das Metall mehr als 23 Prozent — liegt aber noch immer etwa 85 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Eine Wiederöffnung der Straße von Hormus würde den Fertigungssektor entlasten und die industrielle Silbernachfrage rasch ankurbeln. Ob der angekündigte Deal hält, entscheidet sich laut Trump bereits am Wochenende.

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Diskussion zu Silber Preis

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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