Silber kostet aktuell rund 68 Dollar je Feinunze — mehr als 44 Prozent unter dem Allzeithoch vom Januar 2026. Der Kurs kämpft mit dem 20-Tage-Durchschnitt als Deckel. Und ausgerechnet jetzt kündigt sich ein struktureller Bruch auf der Nachfrageseite an.
Solarbranche kehrt dem Silber den Rücken
Die Photovoltaikindustrie war jahrelang ein zentraler Abnehmer. Das ändert sich. Laut dem World Silver Survey 2026 von Metals Focus sank der PV-Silberbedarf 2025 bereits um sechs Prozent auf 186,6 Millionen Unzen. Für 2026 erwarten die Analysten einen weiteren Rückgang um 19 Prozent — auf rund 151 Millionen Unzen.
Der Grund ist simpel: Silberpaste macht bis zu 29 Prozent der Modulkosten aus. Für Hersteller, die ohnehin mit Überkapazitäten und gedrückten Margen kämpfen, ist das zu viel.
Chinesische Hersteller gehen voran. Longi Green Energy plant, Silber durch Kupfer in Rückkontaktzellen zu ersetzen — Massenproduktion ab dem zweiten Quartal 2026. Jinko Solar skaliert ebenfalls kupferbasierte Produktion hoch. Shanghai Aiko Solar hat silberfreie Zellen bereits auf den Markt gebracht.
Der Wechsel hat allerdings Grenzen. Kupfer erhöht die Montagekosten und wirft Zuverlässigkeitsfragen auf. TOPCon-Zellen etwa sind wegen Hochtemperaturprozessen kaum kompatibel mit Alternativen. In hocheffizienten Designs bleibt Silber vorerst unverzichtbar.
Defizit trotz schwindender Nachfrage
Paradox, aber real: Der Silbermarkt bleibt strukturell unterversorgt. Metals-Focus-Chef Philip Newman erwartet für 2026 das sechste aufeinanderfolgende Jahresdefizit — diesmal 46,3 Millionen Unzen. Seit 2021 wurden rund 762 Millionen Unzen aus den oberirdischen Beständen entnommen.
Die Lagerbestände schrumpfen spürbar. An der COMEX lagen die registrierten Silberbestände Mitte Mai bei rund 79,9 Millionen Unzen — ein Rückgang von über 75 Prozent gegenüber den Höchstständen von 2020. In London meldete die LBMA Ende April rund 883 Millionen Unzen, etwa 20 Prozent unter dem Rekord von Januar 2021.
Das Angebot kann kaum reagieren. Rund 70 Prozent des Silbers fallen als Nebenprodukt anderer Metalle an. Minen können die Produktion nicht einfach hochfahren.
Andere Industriesegmente feddern den PV-Rückgang teilweise ab. Rechenzentren, KI-Infrastruktur und der Automobilsektor wachsen als Abnehmer. Die industrielle Silberverarbeitung insgesamt dürfte 2026 aber trotzdem um zwei Prozent auf ein Vier-Jahres-Tief von rund 650 Millionen Unzen fallen.
FOMC als nächster Kurstest
Der nächste Schlüsselmoment kommt am 16. und 17. Juni: Das FOMC-Treffen könnte den Kurs in beide Richtungen bewegen. Ein hawkischer Dot Plot würde die laufende Konsolidierung bis ins dritte Quartal verlängern. Mit einem RSI von 40,7 und einem Kurs rund zehn Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt fehlt kurzfristig die technische Dynamik für eine Erholung.
Die Prognosespanne der LBMA-Analysten für 2026 reicht von 42 bis 165 Dollar je Feinunze — bei einem Jahresdurchschnittsziel von 79,57 Dollar. Eine so breite Spanne spiegelt wider, wie wenig Einigkeit über das weitere Szenario herrscht.
Silber Preis: Kaufen oder verkaufen?! Neue Silber Preis-Analyse vom 14. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Silber Preis-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Silber Preis-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Silber Preis: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
