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Silber Preis: 2,83 Prozent auf 59,29 Dollar

Silber klettert auf 59,40 Dollar, getrieben von Zinssenkungshoffnungen und geopolitischen Spannungen. Minenaktien verpassen die Rally jedoch bislang.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Silberpreis steigt auf 59,40 Dollar
  • US-Inflationsdaten und Iran-Krise treiben
  • Minenaktien hinken der Rally hinterher
  • Angebotsdefizit bleibt strukturell bestehen

Silber schließt am Dienstag zur Marke von 60 Dollar auf. Der Preis je Feinunze klettert um 2,83 Prozent auf 59,29 Dollar. Am Abend notiert das Edelmetall bei rund 59,40 Dollar – ein deutlicher Sprung gegenüber dem Vortagespreis von 57,66 Dollar.

Zwei Kräfte treiben die Bewegung. Schwächere US-Inflationsdaten drücken die Renditen von Staatsanleihen. Das macht zinslose Edelmetalle wie Silber wieder attraktiver.

Iran-Spannungen befeuern Ölpreis und Silber

Zum Zinseffekt kommt ein geopolitischer Faktor. Präsident Trump kündigt an, die Blockade iranischer Schiffe in der Straße von Hormus wieder einzusetzen. Zusätzlich fordert er von Ländern eine Kostenerstattung, die von der US-Absicherung dieser Route profitieren.

Die Ankündigung treibt die Ölpreise nach oben. Das befeuert Inflationssorgen und Zinssorgen gleichermaßen. Silber steigt daraufhin über 58 Dollar und erholt sich vom Kursrückgang des Vortages.

Auf der Zinsseite bleibt die Lage angespannt. Investoren warten auf die Kongressanhörung von Fed-Chef Kevin Warsh und weitere Inflationsdaten. Die Märkte preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 51 Prozent für eine Fed-Zinserhöhung im September ein. Nur 23 Prozent Wahrscheinlichkeit sprechen für unveränderte Zinsen.

Minenaktien hinken hinterher

Der Silberpreis zeigt Stärke. Die Minenaktien tun das nicht. Aktuelle Daten zu den Indizes SIL und SILJ zeigen ein deutliches Ungleichgewicht.

Mit Stand 14. Juli notieren nur 19 Prozent der SIL/SILJ-Bestände über ihrem 10-Tage-Durchschnitt. Über dem 50-Tage-Durchschnitt liegt kein einziger Titel. Nur 15 Prozent schaffen es über den 200-Tage-Durchschnitt.

Die Rally im Metall ist also noch nicht breit im Minensektor angekommen. Wheaton Precious Metals bildet die größte Position im SIL-Fonds mit einem Anteil von 21,79 Prozent. Die Aktie notiert zuletzt bei rund 108,85 Dollar. Weitere bedeutende Namen im Sektor sind Pan American Silver, First Majestic Silver, MAG Silver und Silvercorp Metals.

Wer Zugang zum Silbermarkt sucht, hat fünf Fonds zur Auswahl: SLV, PSLV, SIVR, SIL und SILJ. Das iShares Silver Trust (SLV) bleibt dabei der größte und meistgehaltene Silber-ETF. Physisch hinterlegte Fonds wie SLV halten das Metall direkt, während SIL und SILJ Beteiligungen an Minenunternehmen bündeln.

Angebot bleibt strukturell knapp

Neben Zinsen und Geopolitik wirkt ein dritter Faktor im Hintergrund. Das Silver Institute meldet für das sechste Jahr in Folge ein Angebotsdefizit von 46,3 Millionen Unzen. Silber fällt als Nebenprodukt anderer Bergbauaktivitäten an, das Angebot wächst deshalb nur langsam.

Auf der Nachfrageseite dominiert die Industrie. Solarenergie und Elektrofahrzeuge treiben mehr als die Hälfte des Silberverbrauchs. Hohe Zinsen und ein starker Dollar bremsen diese Nachfrage bislang.

Die Kursbewegung der vergangenen Tage zeigt, wie eng Silber derzeit an die US-Zinserwartungen gekoppelt bleibt. Fällt die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September weiter, dürfte das dem Metall zusätzlichen Rückenwind geben. Ob die Minenaktien diesen Rückenwind aufnehmen, hängt davon ab, ob sich die schwachen technischen Werte bei SIL und SILJ in den kommenden Wochen verbessern.

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Diskussion zu Silber Preis

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.