Silber beendet den Juli mit einem klaren Rückschlag. Die US-Notenbank und der Nahost-Konflikt drücken den Kurs gleichzeitig nach unten. Am Monatsende zeigt sich: Der Markt traut der Edelmetall-Rally derzeit nicht mehr.
Am Freitag schloss Silber bei 57,77 US-Dollar je Feinunze. Das entspricht einem Minus von 2,51 Prozent gegenüber dem Vortag. Auch auf Monatssicht bleibt das Edelmetall im Minus.
Zinserwartungen belasten Edelmetall
Der Kursrückgang hängt eng mit der US-Geldpolitik zusammen. Der Dollar erholte sich zuletzt von einem Mehrmonatstief. Das überwog die Unterstützung durch schwächere Inflationsdaten und unveränderte Zinsen.
Die Markterwartungen für eine weitere Straffung bleiben hoch. Aktuell sehen die Märkte eine rund 65-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Zinserhöhung im September. Eine weitere Erhöhung wird bis Juni 2027 erwartet.
Fed-Chef Kevin Warsh bekräftigte das Bekenntnis der Notenbank zur Inflationsbekämpfung. Eine unmittelbare Zinserhöhung signalisierte er dabei nicht. Drei abweichende Entscheidungsträger der jüngsten Sitzung sehen das anders: Sie fordern weitere Straffungen.
Geopolitische Spannungen als zusätzlicher Belastungsfaktor
Neben der Zinspolitik wirkt sich die Lage im Nahen Osten auf die Edelmetallmärkte aus. Die USA griffen erneut iranische Ziele an, als Reaktion auf Teherans Attacken auf amerikanische Vermögenswerte. Das dämpft die Hoffnung auf einen diplomatischen Durchbruch.
Diese Entwicklung wirkt indirekt über den Ölmarkt auf Silber. Seit Ausbruch des Konflikts Ende Februar schüren höhere Ölpreise Inflationssorgen. Das verstärkt wiederum die Erwartung höherer Zinsen und belastet Edelmetalle zusätzlich.
Trotz dieser Belastungsfaktoren zeigte sich Silber zwischenzeitlich widerstandsfähig. Das Metall stieg zwei Handelstage in Folge, gestützt durch einen deutlichen Dollar-Rückgang. Japan soll erneut am Devisenmarkt interveniert haben, um den Yen zu stärken.
Zusätzlich half die Fed-Entscheidung selbst. Die Notenbank ließ die Zinsen trotz zunehmender Inflationsrisiken durch die Nahost-Feindseligkeiten unverändert.
Charttechnik: Abwärtstrend hält an
Auf technischer Ebene hat sich das Bild eingetrübt. Silber notiert inzwischen 22,14 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Das unterstreicht den anhaltenden Abwärtstrend seit Mitte Juni.
Kein Wunder, dass Marktteilnehmer auf jede neue Fed-Wortmeldung nervös reagieren.
Ausblick auf die kommende Handelswoche
Für die bevorstehende Woche richtet sich der Fokus erneut auf US-Konjunkturdaten und weitere Signale der Federal Reserve. Nach dem Rückgang zum Monatsende bleibt entscheidend, ob sich Silber stabilisieren kann. Alternativ könnte sich der Abwärtstrend fortsetzen.
Die Entwicklung des US-Dollars dürfte dabei eine Schlüsselrolle spielen. Interventionen am Devisenmarkt, wie zuletzt vermutlich durch Japan, können kurzfristig Entlastung bringen. Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt der zentrale Unsicherheitsfaktor, der über den Ölpreis auf die Zinspolitik der Fed wirkt.
Anleger dürften in der kommenden Woche vor allem auf neue Wortmeldungen der US-Notenbank achten. Ebenso im Blick: mögliche weitere Entwicklungen im Iran-Konflikt.
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