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Silber Preis: 172.000 Jobs belasten

Starke US-Jobdaten belasten Silber, während Händler gespannt auf Inflationszahlen warten. Das sechste Marktdefizit in Folge zeichnet sich ab.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • US-Arbeitsmarkt überrascht mit starkem Stellenwachstum
  • Hoffnung auf Zinssenkungen schwindet
  • Sechstes Marktdefizit in Folge erwartet
  • Silberpreis fällt unter 20-Tage-Durchschnitt

Am physischen Markt fehlt Silber an allen Ecken und Enden. Dennoch steht der Preis aktuell massiv unter Druck. Ein überraschend starker US-Arbeitsmarkt hat die Hoffnungen auf schnelle Zinssenkungen vorerst komplett zunichtegemacht. Nun warten Händler nervös auf die neuen US-Inflationsdaten.

Zinsangst statt Zinswende

Der jüngste US-Arbeitsmarktbericht für Mai lieferte einen echten Paukenschlag. Statt der erwarteten 85.000 neuen Stellen entstanden 172.000 Jobs außerhalb der Landwirtschaft. Diese unerwartet robuste Verfassung der amerikanischen Wirtschaft dämpft die Erwartungen an eine baldige Zinswende erheblich. Im Gegenteil. Spekulanten wetten am Markt sogar auf eine mögliche Zinsanhebung bis zum Jahresende.

Analysten rechnen bei den anstehenden Inflationsdaten mit einer Teuerungsrate von 4,2 Prozent. Im April lag dieser Wert noch bei 3,8 Prozent. Ein solcher Anstieg würde die harte Linie der US-Notenbank bestätigen und den Handlungsspielraum der Währungshüter stark einschränken. Steigende Realrenditen von Staatsanleihen mindern dann unweigerlich die Attraktivität des zinslosen Edelmetalls.

Defizit trifft auf Sparzwang

Abseits der Zinspolitik bleibt die fundamentale Lage extrem angespannt. Das Silver Institute prognostiziert für 2026 das sechste Marktdefizit in Folge. Die weltweite Nachfrage übersteigt das Angebot voraussichtlich um 46 Millionen Unzen. Vor allem der massive Ausbau von Rechenzentren und neue Anwendungen in der Künstlichen Intelligenz treiben den Bedarf rasant nach oben.

In der Photovoltaik-Branche zeigt sich ein anderes Bild. Hohe Preise zwingen Hersteller wie Longi Green Energy zum Sparen. Sie reduzieren den Silberanteil pro Solarzelle durch neue Technologien oder weichen teilweise auf Kupfer aus. Prognosen erwarten für 2026 einen Rückgang des solaren Silberverbrauchs um 19 Prozent. Das entspricht einem Restvolumen von 151 Millionen Unzen.

Technische Hürden im Fokus

Kurzfristig dominieren die US-Wirtschaftsdaten die Preisbildung. Der Silberpreis notiert aktuell deutlich unter seinem 20-Tage-Durchschnitt von 73,97 US-Dollar. Das deutet auf ein anhaltend schwaches Momentum hin. Die Marke von 65 US-Dollar gilt nun als kritische Unterstützungszone für das Edelmetall.

Fällt die US-Inflation höher aus als erwartet, dürften Leerverkäufer diese Bastion testen. Ein nachhaltiger Ausbruch über 70 US-Dollar signalisiert hingegen eine charttechnische Stabilisierung. Die nächste große Richtungsentscheidung fällt spätestens am 17. Juni. An diesem Tag verkündet die Federal Reserve ihre neuen Zinsbeschlüsse.

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Diskussion zu Silber Preis

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.