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Silber Preis: 1,7% Minus auf 73,34 Dollar

Steigende Ölpreise durch den Hormus-Konflikt belasten Silber stärker als andere Edelmetalle. Die Fed signalisiert weiterhin eine restriktive Geldpolitik.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Silberpreis fällt um 1,7 Prozent
  • Ölpreisschock durch Hormus-Konflikt
  • Fester Dollar belastet Edelmetall
  • Fed hält an Zinspolitik fest

Geopolitik treibt Ölpreise nach oben — und schadet dabei ausgerechnet Silber. Am Donnerstag fiel der Silberpreis um 1,7 Prozent auf 73,34 US-Dollar je Feinunze. Der Grund ist ein Mechanismus, den viele Anleger unterschätzen.

Hormus-Konflikt dreht den Markt

Neue US-Militärangriffe auf iranische Anlagen sorgten für den Auslöser. Das US-Militär traf eine Anlage, die nach US-Angaben die Schifffahrt in der Straße von Hormus gefährdete. Ölpreise sprangen daraufhin im frühen Handel um rund 2 Prozent nach oben.

Für Silber ist das kein gutes Zeichen. Höhere Ölpreise heizen die Inflation an. Anleger rechnen dann mit einer länger restriktiven Fed — und das belastet Edelmetalle stärker als jede Flucht in sichere Häfen sie stützen könnte.

Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran laufen weiter. Strittig sind ein iranisches Mautsystem für die Meerenge und die US-Forderung nach Abzug hochangereichertem Urans aus iranischem Gebiet. Iran genehmigte zuletzt die Durchfahrt von 33 Schiffen binnen 24 Stunden — eine vollständige Öffnung steht aber noch aus.

Fed hält Kurs, Dollar legt zu

Der Dollar notierte am Donnerstag nahe einem Wochenhoch. Der Dollarindex stand bei 99,288 — der höchste Stand seit dem 22. Mai. Ein fester Dollar macht Silber für Käufer außerhalb des Dollarraums teurer und drückt die Nachfrage.

Hinzu kommt der Zinsausblick. Fed-Gouverneurin Lisa Cook signalisierte, die Notenbank solle die Zinsen vorerst stabil halten. Sie schloss aber Erhöhungen nicht aus — angesichts von Zöllen, dem Iran-Krieg und KI-Investitionsschüben. Fed-Vizechef Philip Jefferson nannte die aktuelle Ausrichtung bei anhaltenden Inflationsrisiken angemessen. Marktbeobachter richten den Blick nun auf den US-PCE-Deflator, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed.

Breiter Druck auf alle Edelmetalle

Silber traf es am härtesten. Gold verlor 0,8 Prozent, Platin gab 0,5 Prozent nach, Palladium 0,7 Prozent. Die Bewegung war kein Silber-spezifisches Phänomen — sie traf die gesamte Anlageklasse.

Das zeigt: Geopolitik bedeutet nicht automatisch steigende Edelmetallpreise. Entscheidend ist, welchen Kanal die Krise öffnet. Steigen die Ölpreise, steigt die Inflation — und damit der Druck auf die Notenbank. Genau dieser Kanal war am Donnerstag offen.

Solange die Hormus-Verhandlungen keine klare Entspannung liefern und die Fed keinen lockereren Kurs andeutet, bleibt der Silbermarkt anfällig für jeden neuen Energiepreisschub.

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