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Symbolbild, KI-generiert

Silber Preis: 16-Prozent-Sturz durch Warsh-Hawkishness

Silber verliert trotz sechstem Angebotsdefizit in Folge massiv an Wert. Strenge US-Geldpolitik und sinkende geopolitische Risiken setzen dem Edelmetall zu.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Silberpreis fällt um 16 Prozent im Monat
  • US-Notenbank signalisiert weitere Zinserhöhungen
  • Sinkende Ölpreise verringern Inflationsängste
  • Solarindustrie senkt Silberverbrauch drastisch

Die physische Knappheit bleibt bestehen, das sechste Angebotsdefizit in Folge zeichnet sich ab. Dennoch flüchten Investoren aus dem Silbermarkt. Ein toxischer Mix aus restriktiver US-Geldpolitik und sinkenden geopolitischen Risiken schickt das Edelmetall auf Talfahrt.

Am Freitag rutschte der Preis um 2,61 Prozent auf 64,09 US-Dollar je Feinunze ab. Auf Monatssicht beläuft sich der Verlust auf fast 16 Prozent. Auslöser für diesen Preisrutsch ist die US-Notenbank unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Der Offenmarktausschuss beließ den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Warsh signalisierte allerdings eine hohe Bereitschaft für weitere Zinsschritte nach oben.

Die Notenbank rechnet mit einer hartnäckigeren Teuerung. Der wichtige PCE-Preisindex soll auf 3,6 Prozent steigen. Silber wirft keine Zinsen ab. Daher reagiert das Edelmetall extrem empfindlich auf dieses Umfeld.

Wegfall der Risikoprämie

Parallel zur Zinspolitik verliert das Edelmetall seinen Status als sicherer Hafen. Die USA und der Iran stehen vor einem vorläufigen Abkommen. Die Straße von Hormuz öffnet sich wieder. Das beruhigt die Energiemärkte massiv. Sinkende Ölpreise drücken die globalen Inflationserwartungen. Die Folge: Investoren brauchen weniger Silber zur Absicherung gegen Geldentwertung.

Wandel in der Industrie

Abseits der Finanzmärkte verändert sich die physische Nachfrage grundlegend. Die Solarindustrie reduziert ihren Materialverbrauch durch neue Technologien drastisch. Das Silver Institute rechnet für 2026 mit einem Nachfragerückgang aus diesem Sektor um 19 Prozent. Das entspricht einem Volumen von rund 151 Millionen Unzen.

Dafür wächst der Bedarf an anderer Stelle. Der massive Ausbau von Rechenzentren und KI-Hardware erfordert hocheffiziente elektrische Komponenten. Silber ist für das Wärmemanagement dieser Systeme unverzichtbar. Trotz der Einsparungen bei Solarmodulen bleibt der Markt angespannt. Experten schätzen das globale Angebotsdefizit für 2026 auf 46,3 Millionen Unzen.

Kritische Chartmarken

Charttechnisch nähert sich der Kurs einer gefährlichen Klippe. Der Markt testet aktuell die entscheidende Unterstützungszone um 63,80 US-Dollar. Bricht diese Marke, droht ein rascher Rücksetzer auf das Niveau von 61 US-Dollar.

Auf dem Weg nach oben blockiert der Bereich um 71 US-Dollar eine schnelle Erholung. Diese Hürde entspricht exakt dem 61,8-Prozent-Fibonacci-Retracement der aktuellen Abwärtsbewegung. In der neuen Handelswoche entscheiden frische US-Konjunkturdaten über die weitere Richtung. Fällt die Inflation niedriger aus als gedacht, könnte dies den geldpolitischen Druck auf das Edelmetall lindern.

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