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Silber Preis: 1,48 Billionen Dollar Marktwert vernichtet

Silber fällt auf tiefsten Stand seit zwei Monaten. Inflationsdaten und Nahost-Konflikt lösen massiven Ausverkauf aus.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Silber auf Zwei-Monats-Tief gefallen
  • US-Inflation treibt Zinserhöhungsängste
  • Geopolitische Spannungen erzwingen Liquiditätsverkäufe
  • Langfristig optimistische Prognosen großer Banken

Die Eskalation im Nahen Osten schickt Schockwellen durch die Rohstoffmärkte. Eigentlich gilt Silber in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Heute passiert das genaue Gegenteil. Investoren werfen das Edelmetall massenhaft aus ihren Depots.

Der Preis brach am Mittwoch massiv ein. Im Tagesverlauf markierte Silber ein Tief bei 63,44 US-Dollar. Damit rutscht das Edelmetall auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten. Die Gewinne des gesamten Jahres haben sich in Luft aufgelöst. Allein im Juni beläuft sich das Minus auf über 13 Prozent.

Inflationsdaten befeuern Zinsangst

Hauptauslöser für den Kursrutsch sind die neuen US-Verbraucherpreise. Die Inflationsrate kletterte im Mai überraschend auf 4,2 Prozent. Das ist der höchste Wert seit April 2023. Vor allem teure Energie treibt die Teuerung an.

Händler rechnen nun mit einer härteren Gangart der US-Notenbank. Der Markt preist aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 68 Prozent für eine Zinserhöhung im Dezember ein. Das drückt den Silberpreis massiv. Zinslose Anlagen verlieren bei steigenden Renditen sofort an Attraktivität. Ein starker US-Dollar verstärkt diesen Gegenwind.

Geopolitik erzwingt Liquiditätsverkäufe

Neben der Zinspolitik belasten militärische Spannungen zwischen den USA und dem Iran die Märkte. Der Ölpreis der Sorte Brent schoss daraufhin über 92 US-Dollar. Bei den Edelmetallen passierte das Gegenteil. Große Marktteilnehmer brauchten offenbar dringend Bargeld und verkauften ihre Positionen.

Die Folge: ein beispielloser Wertverlust. Innerhalb von nur zwölf Stunden vernichtete der Ausverkauf bei Gold und Silber rund 1,48 Billionen US-Dollar an Marktwert. Parallel dazu verzeichnen Analysten massive Kapitalabflüsse aus physisch hinterlegten Silber-ETFs. Das erhöht den Verkaufsdruck am Terminmarkt weiter.

Fundamentaldaten gegen Charttechnik

Physisch bleibt Silber eigentlich knapp. Das Silberinstitut rechnet für 2026 mit dem sechsten Defizitjahr in Folge. Die Bank HSBC erwartet für das laufende Jahr, dass die industrielle Nachfrage das Angebot um 73 Millionen Unzen übersteigt. Charttechnisch sieht das Bild völlig anders aus.

Der Preis notiert deutlich unter der wichtigen 20-Tage-Linie. Ein frisches Verkaufssignal im Wochenchart deutet auf weitere Verluste hin. Händler fokussieren sich nun auf drei konkrete Unterstützungszonen:

  • 62,00 US-Dollar: Diese Fibonacci-Marke muss halten. Gelingt das, ist eine Erholung Richtung 67,80 US-Dollar möglich.
  • 61,00 US-Dollar: Das März-Tief bildet die letzte Verteidigungslinie vor der psychologisch wichtigen 60-Dollar-Grenze.
  • 54,00 bis 58,00 US-Dollar: Bricht die 60-Dollar-Marke nachhaltig, droht ein tiefer Absturz in diese Zone.

Langfristig bleiben große Adressen wie J.P. Morgan oder die Bank of America optimistisch. Sie halten bis Ende 2026 Preise von über 85 US-Dollar für erreichbar. Kurzfristig diktieren jedoch Zinsangst und geopolitische Schocks den Takt. Solange die US-Notenbank keine Entwarnung bei der Inflation gibt, bleibt der Silberpreis extrem verwundbar.

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