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Silber: Paradoxer Ausverkauf am Freitag

Robuste US-Arbeitsmarktdaten und höhere Margins an der Terminbörse lösen einen paradoxen Ausverkauf beim Edelmetall aus, während die physische Nachfrage in Asien hoch bleibt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Starker US-Arbeitsmarkt zementiert hohe Zinsen
  • Margin-Erhöhungen an der CME zwingen zu Verkäufen
  • Physischer Markt in Asien zahlt hohe Aufschläge
  • Kurs fällt deutlich unter 50-Tage-Durchschnitt

Ein abgeschossener US-Kampfjet über dem Nahen Osten und Ölpreise jenseits der 100-Dollar-Marke müssten Edelmetalle eigentlich massiv antreiben. Beim Silber passierte zum Wochenabschluss genau das Gegenteil. Statt in den sicheren Hafen zu flüchten, warfen Anleger ihre Positionen auf den Markt. Verantwortlich für diese ungewöhnliche Reaktion ist ein Mix aus überraschend robusten US-Wirtschaftsdaten und regulatorischen Eingriffen an den Terminbörsen.

Zinsangst schlägt Krisenmodus

Der Auslöser für den deutlichen Tagesverlust von 4,51 Prozent auf 71,81 US-Dollar lag in Washington. Mit 178.000 neu geschaffenen Stellen pulverisierten die US-Arbeitsmarktdaten die Konsensschätzung von lediglich 60.000 Arbeitsplätzen. Parallel fiel die Arbeitslosenquote auf 4,3 Prozent. Diese Zahlen stärken den US-Dollar und zementieren die Erwartung, dass die Federal Reserve die Leitzinsen bis weit in das Jahr 2026 hinein nicht senken wird. Da das Edelmetall keine Zinsen abwirft, verliert es in diesem Umfeld an Attraktivität. Der Kurs rutschte durch diesen Impuls deutlich unter seinen 50-Tage-Durchschnitt von 80,57 US-Dollar.

Selbst die dramatische militärische Eskalation am Golf konnte diesen Abwärtsdruck nicht kompensieren. Dass die kriegsbedingte Risikoprämie ausblieb, liegt auch an der CME Group. Die Terminbörse hat die Sicherheitsleistungen für entsprechende Futures in den vergangenen Monaten mehrfach angehoben. Dieser erhöhte Margin-Druck zwang spekulative Anleger nun zur Liquidierung ihrer Positionen, anstatt neue Absicherungen aufzubauen. Das Resultat ist ein drastischer Abstand zum 52-Wochen-Hoch von Ende Januar – aktuell notiert der Preis fast 39 Prozent darunter.

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Physischer Markt zeigt anderes Bild

Interessant ist die deutliche Diskrepanz zum physischen Handel. In Shanghai zahlen Käufer weiterhin Aufschläge von rund 15 Prozent über dem internationalen Spotpreis. Diese anhaltend hohe industrielle Nachfrage in Asien, gekoppelt mit lokalen Steuereffekten, bildet einen harten Kontrast zu den makroökonomisch getriebenen Verkäufen an den westlichen Börsen.

Die nächste Bewährungsprobe für die Preisentwicklung steht bereits in der kommenden Woche an. Der UN-Sicherheitsrat stimmt über eine Resolution zum Schutz der Schifffahrt im Nahen Osten ab. Führt dieses Votum zu einer Ausweitung der militärischen Handlungen, dürfte die physische Krisennachfrage die Zinssorgen aus den USA rasch wieder überlagern. Bis dahin dominiert der Abwärtsdruck der Terminmärkte.

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Diskussion zu Silber Preis

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.

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