Nach einer historischen Rallye im Jahr 2025 steht der Silberpreis vor einer kritischen Belastungsprobe. Eine anstehende Neugewichtung im wichtigen Bloomberg Commodity Index zwingt passive Fonds dazu, Positionen in Milliardenhöhe abzustoßen. Marktbeobachter warnen vor heftigen Turbulenzen, da ein signifikanter Teil des offenen Interesses in kurzer Zeit liquidiert werden muss.
Die wichtigsten Fakten zur aktuellen Lage:
* Verkaufsdruck: Indexfonds müssen voraussichtlich Silber-Futures im Wert von über 5 Milliarden Dollar abstoßen.
* Korrektur: Der Preis ist vom jüngsten Allzeithoch bereits deutlich zurückgekommen.
* Wochenbilanz: Auf 7-Tages-Sicht verlor das Edelmetall 9,30 Prozent an Wert.
Index-Neugewichtung erzwingt Liquidation
Der zentrale Auslöser für die Nervosität am Markt ist die ab kommenden Donnerstag beginnende Umschichtungsphase des Bloomberg Commodity Index. Aufgrund der enormen Preissteigerungen des Vorjahres ist das Gewicht von Silber im Index unverhältnismäßig stark angewachsen. Die Zielgewichtung für 2026 sieht nun eine Reduzierung von aktuell 9 Prozent auf unter 4 Prozent vor.
Daniel Ghali, Senior Commodity Strategist bei TD Securities, beziffert das Risiko konkret: Passive Fonds müssen demnach Silber-Futures im Wert von über 5 Milliarden Dollar verkaufen. Dies entspricht rund 13 Prozent des gesamten offenen Interesses an den Comex-Silber-Märkten. Ein solches Volumen innerhalb des fünftägigen Umschichtungsfensters zu absorbieren, dürfte den Markt vor erhebliche Herausforderungen stellen.
Margins und Charttechnik belasten
Bereits vor dem Jahreswechsel zeigten sich erste Risse in der Aufwärtsbewegung. Nachdem Silber am 28. Dezember 2025 noch ein Allzeithoch bei 81,66 Dollar markiert hatte, setzten Gewinnmitnahmen ein. Die CME Group erhöhte als Reaktion auf die Volatilität die Margin-Anforderungen auf 25.000 Dollar pro Kontrakt, was spekulative Positionen aus dem Markt drängte.
Der aktuelle Schlusskurs von 72,27 Dollar spiegelt diese Korrektur wider. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch beträgt mittlerweile gut 11,5 Prozent. Dennoch ist der langfristige Aufwärtstrend technisch noch nicht gebrochen: Der Kurs notiert weiterhin komfortabel 17,55 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 61,48 Dollar. Auch der RSI hat sich mit einem Wert von 62,0 aus dem extrem überkauften Bereich zurückgezogen.
Fundamentale Stärke als Gegengewicht
Trotz des technischen Verkaufsdrucks durch das Rebalancing bleiben die fundamentalen Rahmenbedingungen stützend. Die jüngste Eskalation geopolitischer Spannungen zwischen den USA und dem Iran sorgt für eine anhaltende Nachfrage nach sicheren Häfen. Zudem profitiert das Edelmetall von der Erwartung sinkender Zinsen und einem schwächelnden US-Dollar.
Analysten verweisen zudem auf die physische Knappheit. Silber gilt in den USA mittlerweile als kritisches Mineral, und Exportbeschränkungen aus China könnten das bestehende Angebotsdefizit weiter verschärfen. Die industrielle Nachfrage, getrieben durch die Solar- und E-Mobilitätsbranche, bildet hierbei einen stabilen Boden unter den Preisen.
Die kommenden Tage dürften von einem Tauziehen zwischen dem mechanischen Verkaufsdruck der Indexfonds und der fundamentalen Kaufbereitschaft geprägt sein. Entscheidende Impulse liefert am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht. Sollten hier rund 50.000 neue Stellen gemeldet werden, wie von Ökonomen erwartet, könnte dies die Zinssenkungsfantasien und damit den Silberpreis weiter beeinflussen.
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