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Symbolbild, KI-generiert

Silber: Historischer Flash-Crash!

Ein Mix aus Inflationsschock und automatisierten Verkäufen stürzte den Silberpreis um über 12 Prozent, obwohl die physischen Lagerbestände auf Rekordtiefs sinken.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Starker Preisverfall durch Inflationsdaten und Algorithmen
  • Physische Silberbestände schrumpfen auf Rekordtief
  • Angebotsausfälle durch Handelsstreitigkeiten drohen
  • Markt befindet sich im sechsten Defizitjahr

Eigentlich gelten Edelmetalle in geopolitischen Krisenzeiten als sicherer Hafen. Am Dienstag erlebten Investoren an den Rohstoffmärkten allerdings das genaue Gegenteil: Ein toxischer Mix aus überraschend hoher Inflation und automatisierten Handelsalgorithmen riss den Silberpreis in einen beispiellosen Abwärtsstrudel. Während physisches Material weltweit knapp wird, kapitulieren die elektronischen Handelsplätze.

Inflationsschock trifft auf Algorithmen

Der Ausverkauf in der New Yorker Handelssession drückte die Notierungen um mehr als 12,5 Prozent auf bis zu 67,84 US-Dollar je Unze. Verantwortlich für diese Kettenreaktion waren die jüngsten US-Erzeugerpreise. Getrieben durch explodierende Energiekosten im Zuge des Nahostkonflikts, fiel die Großhandelsinflation mit einem Plus von 0,7 Prozent mehr als doppelt so hoch aus wie erwartet. Die US-Notenbank Fed reagierte prompt und signalisierte über ihren aktualisierten „Dot Plot“ einen deutlich restriktiveren Zinskurs für die kommenden Jahre.

Das veränderte Zinsumfeld traf auf einen ohnehin nervösen Markt. Hochfrequenz-Algorithmen verstärkten die anfänglichen Verkäufe zu einer massiven Liquidationswelle. Institutionelle Investoren sahen sich gezwungen, ihre Portfolios rasch neu auszurichten. Große ETFs wie der iShares Silver Trust verzeichneten enorme Abflüsse, was auch silberfokussierte Minenwerte wie Pan American Silver tief ins Minus riss.

Physische Knappheit ignoriert

Dieser drastische Preissturz steht in scharfem Kontrast zu den fundamentalen Daten. Die physischen Lagerbestände leeren sich in rasantem Tempo. An der COMEX sanken die lieferbaren Silberreserven bis Ende Februar um 31 Prozent auf rund 86,1 Millionen Unzen. Innerhalb von nur 60 Tagen lieferte die Börse mehr als 86 Prozent ihrer registrierten Bestände aus – ein historischer Rekordwert.

Gleichzeitig drohen massive Angebotsausfälle. Eine neue US-Handelsuntersuchung könnte den Zugang zu mexikanischem Silber – immerhin rund 200 Millionen Unzen jährlich – empfindlich stören. Große Produzenten wie Fresnillo und First Majestic Silver haben ihre Produktionsprognosen bereits im Vorfeld spürbar gesenkt. Zusätzlich kappen chinesische Exportkontrollen seit Jahresbeginn traditionelle Lieferwege und sorgen für Preisaufschläge an der Shanghaier Goldbörse.

Der heftige Tagesverlust ändert wenig an der übergeordneten Marktlage. Auf Jahressicht notiert das Edelmetall weiterhin mit einem Plus von über 150 Prozent. Da sich der Markt im sechsten Jahr in Folge in einem strukturellen Defizit befindet und der Aufbau neuer Minenkapazitäten oft ein Jahrzehnt dauert, trifft die aktuelle Verkaufswelle der Finanzmärkte auf ein physisches Angebot, das kurz- bis mittelfristig kaum aufgestockt werden kann.

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