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Silber: Angebot wird zur Achillesferse

Der Silberpreis korrigiert nach CME-Eingriffen, während Chinas neue Exportrestriktionen die physische Verfügbarkeit drastisch verknappen. Analysten erwarten eine strukturelle Angebotslücke.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • CME erhöht Margins und löst technische Korrektur aus
  • China erklärt Silber zur strategischen Ressource
  • Strukturelles Defizit durch industrielle Nachfrage
  • Analysten sehen Unterstützung bei 65-70 USD

Innerhalb weniger Tage ist der Silberpreis von einem Rekordlauf in eine harte Korrektur übergegangen – ausgelöst nicht durch schwache Nachfrage, sondern durch Eingriffe der Terminbörse CME und eine abrupte Kehrtwende in der chinesischen Exportpolitik. Entscheidend ist dabei: Während der Papiermarkt ins Rutschen kam, wird das physische Metall knapper denn je. Wie passt das zusammen?

CME-Eingriff: Technische Korrektur am Terminmarkt

Die jüngste Preisschwäche bei Silber ist eng mit regulatorischen Maßnahmen der CME Group verknüpft. Der Börsenbetreiber erhöhte die Margin-Anforderungen für Silber-Futures innerhalb nur einer Woche gleich zweimal deutlich.

Ziel dieser Schritte ist offiziell, die Marktintegrität zu schützen und exzessive Spekulation zu dämpfen. In der Praxis führten die höheren Sicherheitsleistungen zu einer Liquiditätsklemme bei vielen Marktteilnehmern. Zahlreiche Investoren mussten Positionen schließen, um die neuen Margins zu bedienen.

Die Folgen am Terminmarkt:

  • Starker Rückgang vom Allzeithoch im Bereich um 84–86 USD
  • Kurseinbruch bis in die Zone um 70–72 USD
  • Eines der ausgeprägtesten Intraday-Reversals der Silbergeschichte

Analysten ordnen diese Bewegung überwiegend als technisches Ereignis im „Papier-Markt“ ein – also getrieben von Zwangsliquidationen, nicht von einem plötzlichen Einbruch der realen Nachfrage.

Charttechnisch bleibt das Bild trotz Korrektur robust. Der Schlusskurs von gestern bei 70,98 USD liegt zwar rund 13 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 81,66 USD, aber immer noch deutlich über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 61,04 USD. Der RSI von 62 signalisiert, dass der Markt angespannt, aber noch nicht überhitzt ist.

China stuft Silber hoch: Von Ware zur strategischen Ressource

Parallel zur Terminmarktkorrektur sorgt Peking mit einem markanten Schritt für einen fundamentalen Angebots-Schock. China hat Silber mit Wirkung zum 1. Januar 2026 zur „strategischen Ressource“ erklärt. Damit steht das Metall nun in einer Reihe mit seltenen Erden und unterliegt strengen staatlichen Kontrollen.

Kernpunkte der neuen Regeln:

  • Nur noch 44 Unternehmen dürfen überhaupt Silber exportieren
  • Statt freiem Handel gilt künftig ein Quotensystem
  • Offizielles Ziel: Priorisierung der inländischen Versorgung für Solar-, Elektroauto- und KI-Industrie

China kontrolliert Schätzungen zufolge 60–70 % der weltweiten Exporte von raffiniertem Silber. Die Dimension der nun eingezogenen Bremse wird deutlich, wenn man auf die jüngsten Handelsströme blickt: In den ersten elf Monaten 2025 exportierte China mehr als 4.600 Tonnen Silber, importierte aber nur etwa 220 Tonnen. Dieser erhebliche Nettoabfluss wird durch die neue Einstufung politisch begrenzt.

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Marktbeobachter erwarten, dass sich der globale Angebotsengpass im Jahr 2026 dadurch spürbar verschärfen dürfte. Die Divergenz zwischen dem Terminmarktpreis und dem Preis für tatsächlich verfügbares Metall wird damit zum zentralen Thema.

Strukturelles Defizit trifft Boom-Nachfrage

Unabhängig von der CME-Korrektur bleibt der fundamentale Trend intakt – und er spricht klar für ein knappes Marktumfeld. 2025 legte der Silberpreis um rund 150 % zu und avancierte damit zum klaren Outperformer unter den Edelmetallen.

Mehrere Faktoren verstärken die strukturelle Knappheit:

  • Kritisches Mineral: Die USA haben Silber im November 2025 offiziell auf die nationale Liste kritischer Mineralien gesetzt.
  • Industrielle Abhängigkeit: Der Bedarf aus Rechenzentren und KI-Infrastruktur, Photovoltaik und Elektromobilität wächst dynamisch.
  • Angebotslücke: Für 2026 wird ein globales Defizit von rund 230 bis 300 Millionen Unzen erwartet.

Die hohe Volatilität – zuletzt lag die annualisierte 30‑Tage-Schwankungsbreite bei knapp 61 % – spiegelt diese Spannungen wider. Kurzfristige Ausschläge überdecken dabei die Tatsache, dass die physische Verfügbarkeit immer enger wird.

Marktausblick: Unterstützungszone und Preisszenarien

Aus der Kombination von technischem Abverkauf und politisch verknapptem Angebot ergibt sich eine brisante Ausgangslage für die kommenden Monate. Viele Analysten sehen im Bereich von 65–70 USD eine ausgeprägte Unterstützungszone, in der langfristig orientierte Käufer verstärkt aktiv werden könnten.

Wichtige Punkte für den weiteren Verlauf:

  • Der Rückgang durch Margin-Erhöhungen wird von zahlreichen Marktteilnehmern als temporäres, technisch getriebenes Ereignis gewertet.
  • Die neuen Exportrestriktionen aus China schaffen einen zusätzlichen, strukturellen Preistreiber.
  • In Shanghai werden bereits jetzt hohe Aufschläge für physisches Silber bezahlt – ein Hinweis auf die wachsende Lücke zwischen Papier- und Realmarkt.

Konsensprognosen großer Banken wie Citi sowie spezialisierter Rohstoffanalysten rechnen für die zweite Jahreshälfte 2026 mit Preisen oberhalb von 100 bis 110 USD je Unze. Deutlich optimistischere Stimmen, darunter Robert Kiyosaki, halten sogar Niveaus um 200 USD für möglich – mit dem Argument, dass zentrale Industrien bereit sein dürften, fast jeden Preis zu zahlen, um die Produktion aufrechtzuerhalten.

Entscheidend für die weitere Entwicklung ist damit, wie stark sich die politisch erzeugte Angebotsverknappung und das anhaltende Nachfragewachstum gegenüber weiteren regulatorischen Eingriffen am Terminmarkt durchsetzen. Hält die Zone um 65–70 USD, bleibt das Szenario höherer Preise im zweiten Halbjahr 2026 klar auf dem Tisch.

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Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.

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