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Siemens- vs. Siemens-Energy-Aktie: Tech-Dominanz trifft Energie-Boom

Siemens Energy übertrifft die Muttergesellschaft beim Umsatzwachstum und Auftragsbestand, während Siemens AG bei der Profitabilität dominiert. Ein Vergleich für konservative und offensive Anleger.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Siemens Energy mit deutlich höherem Umsatzwachstum
  • Siemens AG glänzt mit überlegenen operativen Margen
  • Rekord-Auftragsbestand bei der Energietochter
  • Entscheidung zwischen Stabilität und Kurspotenzial

Es ist das ultimative innerfamiliäre Duell am deutschen Aktienmarkt: Die Mutter Siemens AG gegen die 2020 abgespaltene Tochter Siemens Energy AG. Die Rollenverteilung schien lange klar – hier der stabile Tech-Konzern, dort das Sorgenkind der Energiewende. Doch das Blatt hat sich gewendet.

Heute, Anfang 2026, stehen Anleger vor einer faszinierenden Wahl. Während die Siemens AG als hochprofitable Cash-Maschine glänzt, zündet Siemens Energy den Wachstums-Turbo. Wer hat im aktuellen Marktumfeld die besseren Karten? Ein direkter Schlagabtausch der Fakten.

Wer dominiert beim Wachstum?

Hier zeigt die Tochter der Mutter die Rücklichter. Siemens Energy profitiert massiv vom globalen Hunger nach Strom und Netzinfrastruktur. Mit einem prognostizierten Umsatzwachstum von 11 bis 13 Prozent für das laufende Geschäftsjahr 2026 lässt der Energie-Spezialist den ehemaligen Mutterkonzern deutlich hinter sich.

Die Siemens AG backt hier kleinere, wenn auch sehr solide Brötchen. Mit einem erwarteten Zuwachs von 6 bis 8 Prozent bewegt sich der Tech-Riese im Rahmen eines etablierten Industrie-Giganten. Doch während Siemens in der Digitalisierung und Automatisierung stetig wächst, erlebt Siemens Energy einen regelrechten Boom.

Besonders deutlich wird die Dynamik beim Blick in die Auftragsbücher. Siemens Energy meldet einen Rekordbestand von 138 Milliarden Euro – und überholt damit sogar die deutlich größere Siemens AG (117 Milliarden Euro). Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,36 bei der Energietochter signalisiert: Das Wachstum steht erst am Anfang.

Wo stimmt die Kasse?

Im Kapitel Profitabilität dreht sich das Bild komplett. Hier spielt die Siemens AG ihre jahrzehntelange Erfahrung und ihre marktführende Position in der Industrie-Automatisierung aus. Mit operativen Margen von über 15 Prozent im industriellen Geschäft agiert der Konzern in einer eigenen Liga. Segmente wie Digital Industries und Smart Infrastructure sind wahre Gewinnbringer.

Siemens Energy kämpft dagegen noch mit seiner Vergangenheit, holt aber rasant auf. Die Marge vor Sondereffekten lag zuletzt bei 6,0 Prozent. Das Ziel für 2026 ist ambitioniert: Ein Sprung in den Korridor von 9 bis 11 Prozent. Gelingt dies, wäre das eine massive Neubewertungsgrundlage. Doch im direkten Vergleich bleibt die Siemens AG der unangefochtene Rendite-König. Wer Sicherheit und hohe Cashflows sucht, kommt an der Mutter nicht vorbei.

Der entscheidende Faktor: Risiko vs. Chance

Das Zünglein an der Waage ist die Risikobereitschaft des Anlegers. Bei der Siemens AG kaufen Investoren ein „Rundum-sorglos-Paket“. Die Risiken sind überschaubar und meist an die globale Konjunktur gekoppelt. Läuft die Weltwirtschaft, läuft Siemens.

Bei Siemens Energy wetten Anleger auf den perfekten Turnaround. Alles steht und fällt mit der Windkraft-Tochter Siemens Gamesa. Die Prognose, dass Gamesa 2026 die Gewinnschwelle erreicht, ist der zentrale Hebel für den Aktienkurs. Klappt es, winkt eine Margen-Explosion. Scheitert die Sanierung erneut, drohen Rücksetzer.

Zahlen im direkten Vergleich

Die fundamentalen Unterschiede lassen sich an den Prognosen für das Geschäftsjahr 2026 klar ablesen:

KennzahlSiemens AGSiemens Energy AGDer Gewinner ist…
Umsatzwachstum (2026)6 % bis 8 %11 % bis 13 %Siemens Energy (Höhere Dynamik)
Marge (2026)~15-19 % (Kernsegmente)9 % bis 11 %Siemens AG (Höhere Profitabilität)
Auftragsbestand117 Mrd. €138 Mrd. €Siemens Energy (Höhere Visibilität)
Book-to-Bill1,021,36Siemens Energy (Stärkeres Momentum)

Fazit: Stabilität oder Kurs-Rakete?

Dieses Duell hat keinen alleinigen Sieger, sondern zwei Gewinner für unterschiedliche Strategien.

Die Siemens AG bleibt das Basis-Investment für jedes konservative Depot. Die Kombination aus hoher Marge, Dividende und moderatem Wachstum macht die Aktie zum Fels in der Brandung. Wer ruhig schlafen will, greift hier zu.

Die Siemens Energy AG ist die Wahl für den offensiven Investor. Das Unternehmen sitzt auf einem gigantischen Berg an Aufträgen und profitiert direkt von der globalen Energiewende. Wenn die Margen-Ziele für 2026 erreicht werden, bietet die Aktie das deutlich größere Kurspotenzial nach oben – erkauft durch ein höheres operatives Risiko.

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