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Siemens Healthineers Aktie: US-Großauftrag ignoriert

Ein US-Großauftrag über 100 Millionen Dollar wird von strukturellen Problemen überschattet. Währungsrisiken, China-Schwäche und drohende US-Zölle belasten die Aktie.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Zehn-Jahres-Vertrag mit Onvida Health in Arizona
  • Währungs- und Zollrisiken drücken das EBIT
  • Diagnostikgeschäft in China schrumpft deutlich
  • Goldman Sachs senkt Kursziel auf 45 Euro

Ein lukrativer Vertragsabschluss aus den USA sollte eigentlich für spürbaren Rückenwind bei Siemens Healthineers sorgen. Die am Dienstag verkündete Zehn-Jahres-Partnerschaft mit dem Versorger Onvida Health bringt ein Volumen von über 100 Millionen US-Dollar ein. Anleger reagieren auf den Deal in Arizona jedoch mit bemerkenswerter Zurückhaltung, da tiefgreifende strukturelle Probleme den operativen Erfolg aktuell überschatten.

Technologie-Update für Arizona

Die neue Vereinbarung zielt auf die umfassende Modernisierung zentraler Krankenhausausrüstung ab. Allein 55 Millionen US-Dollar fließen in neue Computertomographen, MRTs und Strahlentherapiesysteme für das 430-Betten-System nahe der mexikanischen Grenze. Zusätzlich übernimmt die Konzerntochter ECG Management Consultants strategische Aufgaben. Sie soll das operative Tagesgeschäft optimieren und bei der Bewältigung von Personalengpässen unterstützen.

Trotz solcher Fortschritte im Bildgebungsbereich notiert das Papier aktuell bei lediglich 37,49 Euro und verzeichnet damit seit Jahresbeginn ein Minus von 15,64 Prozent.

Währungsrisiken und China-Schwäche

Verantwortlich für diese Talfahrt sind handfeste finanzielle Risiken, die das Marktumfeld trüben. Das Management rechnet für 2026 mit negativen Währungseffekten auf das EBIT in Höhe von 200 bis 250 Millionen Euro. Mögliche US-Zölle könnten das Ergebnis um weitere 500 Millionen Euro belasten.

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Zusätzlich bremst das Diagnostikgeschäft die Gesamtentwicklung des Konzerns. Besonders der chinesische Markt schwächelt massiv. Anti-Korruptionsmaßnahmen und eine zentralisierte Beschaffung drückten die Erstattungssätze und ließen die Diagnostiksparte dort im ersten Quartal um drei Prozent schrumpfen. Diese Gemengelage ruft Analysten auf den Plan: Goldman Sachs reagierte kürzlich mit einer deutlichen Kurszielsenkung von 52 auf 45 Euro.

Wichtige Termine im Frühjahr

Das Unternehmen hält derweil an seinem Ausblick fest und peilt für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum von fünf bis sechs Prozent an. Neue fundamentale Impulse liefern in den kommenden Wochen folgende Termine:

  • 14. April: Management-Präsentation zur Asienstrategie beim HSBC Global Investment Summit in Hongkong
  • 21. bis 23. April: Vorstellung neuer Portfolioentwicklungen auf der DMEA in Berlin
  • Mai: Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das zweite Quartal

Mit dem Quartalsbericht im Mai steht die nächste echte Bewährungsprobe an. Dann muss das Management konkrete Belege liefern, dass sich das schwächelnde Diagnostikgeschäft in Asien stabilisiert hat und die Jahresziele trotz der drohenden Zoll- und Währungsbelastungen erreichbar bleiben.

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