Siemens schafft endlich Klarheit für die Aktionäre seiner Medizintechnik-Tochter. Der lang erwartete Spin-off von Siemens Healthineers kommt später als erhofft. Die Börse reagiert prompt. Die Aktie rutscht heute um über zwei Prozent auf 38,04 Euro ab. Seit Jahresbeginn steht damit ein Minus von gut 14 Prozent auf der Anzeigetafel.
Aktionärsvotum im kommenden Jahr
Im Februar 2027 stimmt die Hauptversammlung über die direkte Abspaltung ab. Der Mutterkonzern wählt damit den späteren der beiden möglichen Termine. Ursprünglich stand auch ein Votum im Jahr 2026 im Raum.
Siemens überträgt künftig ein knappes Drittel der Healthineers-Anteile nach dem Umwandlungsgesetz an die eigenen Aktionäre. Der Konzern gibt damit seine Mehrheitsbeteiligung auf. Er hält nach der Transaktion nur noch rund 37 Prozent an der Medizintechnik-Tochter.
Operative Hürden belasten
Parallel zum Umbau kämpft das Management mit Problemen im Tagesgeschäft. Währungseffekte schmälern das operative Ergebnis im laufenden Jahr massiv. Mögliche US-Zölle könnten den Konzern zusätzlich bis zu 500 Millionen Euro kosten.
Der Vorstand zog bereits Konsequenzen. Er senkte die Gewinnprognose je Aktie auf maximal 2,40 Euro.
US-Expansion läuft weiter
Ungeachtet der Gegenwinde treibt Siemens Healthineers die Expansion in Nordamerika voran. Das Unternehmen kauft ein Grundstück im US-Bundesstaat Tennessee. Dort entsteht in den kommenden Monaten ein neues Zentrum für Gesundheitstechnologie.
Die erste Bauphase umfasst eine umfangreiche Produktionsstätte. Dieser Schritt stärkt die Präsenz im lukrativen US-Markt.
Blick auf den Mai
Im Mai legt das Unternehmen seinen nächsten Quartalsbericht vor. Dann rückt das schwächelnde Diagnostikgeschäft in China in den Fokus. Das Management muss belegen, dass das anvisierte Umsatzwachstum von fünf bis sechs Prozent erreichbar bleibt. Die fehlenden Details zur exakten Struktur der Abspaltung dürften den Kurs bis dahin weiter deckeln.
