Rechenzentren für Künstliche Intelligenz verschlingen gigantische Mengen an Strom. Die Profiteure dieser Entwicklung sitzen nicht nur im Silicon Valley, sondern auch in München. Siemens Energy liefert die nötige Netzinfrastruktur für den KI-Boom. Das treibt die Auftragsbücher des Energietechnikkonzerns in neue Höhen.
An der Börse spiegelt sich dieser Wandel eindrucksvoll wider. Auf Jahressicht verzeichnet das Papier ein Plus von rund 172 Prozent. Nach dem Rekordhoch von 188 Euro am vergangenen Freitag gönnt sich die Aktie aktuell eine leichte Verschnaufpause und notiert bei 187 Euro.
Margensprung im Netzgeschäft
Hyperscaler und Netzbetreiber ordern massiv Transformatoren und Schaltanlagen. Infolge dieser Dynamik korrigierte das Management die Erwartungen für die Sparte Grid Technologies deutlich nach oben. Der Konzern rechnet hier im laufenden Jahr mit einem Umsatzwachstum von bis zu 27 Prozent.
Auch die Profitabilität zieht an. Die bereinigte operative Marge der Sparte soll auf rund 20 Prozent klettern. Die vorläufigen Quartalszahlen stützen diesen Optimismus. Der Auftragseingang sprang um knapp 30 Prozent auf 17,75 Milliarden Euro.
Cashflow übertrifft Erwartungen
Unter dem Strich wies Siemens Energy im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 835 Millionen Euro aus. Währungsbedingte Effekte dämpften das Ergebnis leicht. Allerdings überzeugte die fundamentale Entwicklung die Marktteilnehmer.
Besonders der freie Barmittelzufluss sticht hervor. Der Free Cashflow vor Steuern wird für das Gesamtjahr nun bei rund acht Milliarden Euro erwartet. Das entspricht einer Verdopplung der ursprünglichen Planung. Parallel dazu peilt der Vorstand auf Konzernebene ein Umsatzwachstum im mittleren Zehnerprozentbereich an.
Analysten sehen weiteren Spielraum
Die operativen Erfolge rufen die Investmentbanken auf den Plan. RBC belässt die Einstufung auf „Outperform“ und ruft ein Kursziel von 200 Euro aus. Analyst Colin Moody verweist auf die starke Cash-Generierung und einen anhaltenden Superzyklus in der Energieinfrastruktur.
Goldman Sachs und Berenberg reihen sich mit Zielen von 185 respektive 195 Euro in das Bullenlager ein. Einige Marktbeobachter mahnen indes zur Vorsicht. So rät mwb research mit einem Kursziel von 100 Euro zum Verkauf. Die Analysten argumentieren, dass in der aktuellen Bewertung bereits viele positive Erwartungen eingepreist seien.
Weitere Details liefert der 12. Mai 2026. Dann veröffentlicht Siemens Energy den vollständigen Bericht für das zweite Quartal. Im Fokus steht dabei der Fortschritt bei der Krisentochter Siemens Gamesa. Die Windkraftsparte peilt für das Gesamtjahr unverändert die Gewinnschwelle an.
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