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Siemens Energy: Gamesa-Verlust schrumpft auf 46 Millionen

Siemens Energy übertrifft Erwartungen im Netzgeschäft, doch die Jahresprognose steht und fällt mit der Windkrafttochter Gamesa.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gamesa-Verlust deutlich reduziert
  • Grid Technologies treibt Auftragswachstum
  • Jahresziele nach oben korrigiert
  • Siemens AG-Anteil auf 5,5 Prozent gesunken

Siemens Energy liefert starke Quartalszahlen — und stellt trotzdem eine Bedingung über alles andere. Die gesamte Jahresprognose hängt daran, ob die Windkrafttochter Siemens Gamesa in diesem Geschäftsjahr die operative Gewinnschwelle erreicht.

Gamesa: Nah dran, aber noch nicht da

Der Fortschritt ist real. Der operative Verlust bei Gamesa schrumpfte zuletzt von 374 Millionen auf 46 Millionen Euro — auch wenn Einmaleffekte mitgeholfen haben. Das Management erwartet für die erste Jahreshälfte noch rote Zahlen; eine kräftige Erholung im Offshore-Bereich soll im zweiten Halbjahr den Breakeven bringen.

Dieser Breakeven ist keine interne Ambition. Das Management hat ihn explizit zur Bedingung für die bestätigte Jahresprognose erklärt. Verfehlt Gamesa das Ziel, droht ein Rückschlag — unabhängig davon, wie stark das Netzgeschäft läuft.

Kerngeschäft in operativer Bestform

Abseits der Windkraftsparte laufen die Zahlen. Der Auftragseingang kletterte im zweiten Quartal um 29,5 Prozent auf 17,75 Milliarden Euro — weit über dem Analystenkonsens von 15,6 Milliarden. Treiber war vor allem Grid Technologies mit einem Auftragsplus von 41 Prozent.

Die bereinigte Gewinnmarge stieg auf 11,3 Prozent nach 9,1 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das Nettoergebnis legte auf 835 Millionen Euro zu, nach 501 Millionen Euro im Vorjahr. Die Gasturbinen-Kapazitäten sind bis 2028 ausgebucht, erste Buchungen für 2030 liegen bereits vor.

Auf dieser Basis hob Siemens Energy die Jahresziele deutlich an. Das vergleichbare Umsatzwachstum soll nun 14 bis 16 Prozent erreichen, zuvor waren 11 bis 13 Prozent geplant. Beim Free Cashflow vor Steuern peilt das Unternehmen rund 8 Milliarden Euro an — das wäre fast doppelt so viel wie der bisherige Zielkorridor.

Siemens AG reduziert Anteil auf 5,5 Prozent

Parallel zur operativen Entwicklung verändert sich die Eigentümerstruktur grundlegend. Laut Pflichtmitteilung vom 2. April 2026 hält die Siemens AG nur noch 5,54 Prozent der Stimmrechte, nachdem der Anteil zuvor bei 14,96 Prozent lag. Der Verkauf spülte den Münchnern knapp 3,8 Milliarden Euro ein.

Für Siemens Energy bedeutet das mehr Eigenständigkeit — und den Druck, sich als unabhängiger Kapitalmarktteilnehmer zu behaupten.

Am 12. Mai 2026 veröffentlicht Siemens Energy den vollständigen Halbjahresbericht. Dann zeigen die detaillierten Cashflow-Daten und der aktuelle Stand bei Gamesa, ob die angehobene Prognose auf festem Fundament steht. Analysten rechnen für 2026 mit einer Dividende von rund 1,79 Euro je Aktie — nach 0,70 Euro im Vorjahr. Ob dieser Sprung kommt, entscheidet sich im Windpark.

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Diskussion zu Siemens Energy

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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