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Siemens Energy: Gamesa erstmals seit 2022 profitabel

Siemens Energy übertrifft Erwartungen mit Rekordzahlen, erstmals profitabler Windtochter und angehobenem Jahresausblick. Analysten reagieren mit höheren Kurszielen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rekordwerte bei Aufträgen und Umsatz
  • Gamesa erstmals seit 2022 profitabel
  • Konzern hebt Gewinnprognose an
  • Aufsichtsrat berät über Spartenabspaltung

Siemens Energy hat am 5. August die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 vorgelegt – und liefert damit den bislang stärksten Beleg für die Wende des Konzerns. Der Auftragseingang kletterte auf 17,9 Milliarden Euro, der Umsatz erreichte 11,4 Milliarden Euro.

Das Ergebnis vor Sondereffekten lag bei 1,623 Milliarden Euro. Besonders bemerkenswert: Die einst hoch defizitäre Windsparte Siemens Gamesa schrieb im Quartal erstmals seit 2022 wieder schwarze Zahlen.

Nahost-Geschäft übertrumpft KI-Boom

Zwei Nachfragequellen trugen das Quartal laut Reuters maßgeblich: der Bedarf aus KI-Rechenzentren und Großaufträge aus dem Nahen Osten. Beide Impulse fielen nach Angaben des Managements stärker aus als erwartet.

Bemerkenswert ist dabei die Gewichtung – dem Bericht zufolge wirkte das Geschäft mit Gasturbinen für den Nahen Osten im Berichtsquartal sogar stärker als der vielbeschworene Boom der Rechenzentren. Für Siemens Energy bedeutet das eine breitere Nachfragebasis, die nicht allein von einem einzigen Trendthema abhängt.

Die Trendwende bei Siemens Gamesa fügt sich in dieses Bild ein. Nach Jahren roter Zahlen im Windgeschäft signalisiert der Rückkehr in die Gewinnzone, dass die frühere Sanierungsbaustelle des Konzerns nun operativ Tritt fasst. Für Anleger war dies neben den reinen Kennzahlen der zweite zentrale Baustein der Berichterstattung zum Quartal.

Konzern hebt Prognose an

Auf Basis des starken Quartals hat Siemens Energy den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 angehoben. Konkret verbesserte der Konzern die Prognose für die Gewinnmarge vor Sondereffekten.

Der Kapitalmarkt reagierte auf die Kombination aus Rekordzahlen, operativer Wende bei Gamesa und angehobenem Ausblick sichtbar: Die Aktie notiert aktuell bei 157,34 Euro und legt am heutigen Dienstag um 0,98 Prozent zu. Vom 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, erreicht am 24. April, ist das Papier mit einem Abstand von 19,47 Prozent aber noch ein gutes Stück entfernt.

Analysten reagieren mit höheren Kurszielen

Die Reaktion der Analysten auf die Zahlen fiel einhellig positiv aus. Die Deutsche Bank bestätigte am Donnerstag ihre Einstufung „Buy“ und hob das Kursziel auf 210 Euro an. Jefferies bekräftigte am 5. August ebenfalls die Kaufempfehlung und siedelte sein Kursziel bei 215 Euro an.

Weitere Häuser wie JPMorgan, RBC, Bernstein und Berenberg bestätigten im selben Zeitraum durchweg positive Einstufungen zwischen „Overweight“ und „Outperform“ beziehungsweise „Buy“ und passten ihre Schätzungen nach dem Rekordquartal an. Die Kursziel-Bandbreite der jüngsten Einschätzungen liegt damit klar oberhalb des aktuellen Kursniveaus.

Aufsichtsrat berät über Sparten-Abspaltung

Neben dem operativen Rekordquartal rückt ein strategisches Thema in den Fokus: Reuters berichtete, dass Siemens Energy für den 25. August eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung in Aussicht gestellt hat. Dort soll über eine mögliche Abspaltung der Division Transformation of Industry beraten werden.

Vorstandschef Christian Bruch hatte zuvor laufende Gespräche über die Zukunft dieser Sparte bestätigt. Die Überlegungen fügen sich in die bereits im Juli bekannt gewordene strategische Neuausrichtung der Konzernstruktur ein, die seinerzeit auch mit einem möglichen Namenswechsel des Unternehmens in Verbindung gebracht wurde.

Für Anleger bündelt sich damit in den kommenden Wochen mehrere Entwicklungsstränge: das operative Momentum aus dem starken Quartal, die breit positive Analystenresonanz und die strukturelle Weichenstellung, die der Aufsichtsrat Ende August diskutieren will. Die Entscheidung über die Zukunft der Industriesparte dürfte zeigen, wie weit der Konzernumbau tatsächlich gehen soll.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.

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