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Siemens Energy Aktie: Umfirmierung zu Omterra

Siemens Energy firmiert in Omterra um und spart Lizenzgebühren. Analysten reagieren gemischt auf die Neuausrichtung des Energiekonzerns.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umbenennung in Omterra offiziell bestätigt
  • Milliarden-Einsparung durch Markenwechsel
  • Gemischte Analystenurteile zur Strategie
  • Auftragseingänge aus Oman und Offshore

Siemens Energy vollzieht einen historischen Schritt: Der Energietechnikkonzern kündigte offiziell die Umfirmierung zur neuen Dachmarke „Omterra“ an. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete, will das Unternehmen damit seine Eigenständigkeit nach der Abspaltung von der Siemens AG endgültig festigen. Der Namenswechsel soll zugleich Lizenzgebühren in dreistelliger Millionenhöhe einsparen, die bislang für die Nutzung der Siemens-Marke anfielen.

Neue Dachmarke, neue Struktur

Der Markenwechsel betrifft nicht nur die Konzernmutter. Auch die Windkrafttochter Siemens Gamesa Renewable Energy soll künftig unter „Omterra“ firmieren, wie berichtet wurde. Damit bündelt der Konzern seine gesamte Produktpalette erstmals unter einem eigenständigen Namen, losgelöst von der historischen Siemens-Verbindung. Parallel dazu wird laut Berichten geprüft, die Sparte „Transformation of Industry“ mit rund 17.000 Beschäftigten und 5,7 Milliarden Euro Umsatz abzuspalten, um den Fokus stärker auf Netztechnik und Windkraft zu legen.

Auftragslage bleibt robust

Operativ liefert Siemens Energy weiter kräftige Impulse. Aus dem Oman erhielt der Konzern einen Großauftrag zur Lieferung von sechs Gasturbinen der F-Klasse sowie sechs Generatoren für zwei Kraftwerke in Misfah und Duqm, inklusive Serviceverträgen über 20 Jahre. Bereits im Juni hatte der Netzbetreiber 50Hertz gemeinsam mit dem Werftenkonsortium Neptun den Bau zweier 2-Gigawatt-Konverterplattformen für Offshore-Windparks beauftragt, ein Volumen von rund 2,5 Milliarden Euro. Beide Aufträge unterstreichen, dass sowohl das Gasturbinengeschäft als auch die Netztechniksparte weiterhin gefragt sind.

Analysten reagieren auf den Strategiewechsel

Der Kurswechsel Richtung Omterra fand bei Analysten unmittelbar Beachtung. JPMorgan-Analyst Phil Buller bestätigte am 17. Juli sein Kursziel von 235 Euro und begründete dies mit vorzeitigen Margenverbesserungen, die der Wegfall der Siemens-Markenlizenzgebühren mit sich bringe. Wenige Tage zuvor, am 13. Juli, hatte RBC-Capital-Markets-Analyst Mark Fielding sein Kursziel von 200 auf 210 Euro angehoben und die Einstufung „Outperform“ bekräftigt.

Nicht alle Stimmen fallen so optimistisch aus. Barclays-Analyst Vlad Sergievskii stufte die Aktie am 7. Juli von „Equal Weight“ auf „Underweight“ zurück, hob das Kursziel aber gleichzeitig von 110 auf 130 Euro an. Sergievskii warnte vor einem möglichen zyklischen Höhepunkt im Gasturbinengeschäft, ein Kontrapunkt zu den optimistischeren Einschätzungen von RBC und JPMorgan.

Prognose zweimal angehoben, Rückkauf läuft

Fundamental steht Siemens Energy derzeit gut da. Im Mai hob der Konzern mit den Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 seine Jahresprognose bereits zum zweiten Mal in Folge an. Erwartet werden nun ein Nettogewinn von rund 4 Milliarden Euro und ein freier Cashflow vor Steuern von etwa 8 Milliarden Euro. Anfang Juni startete zudem eine Tranche über 1 Milliarde Euro aus dem insgesamt 6 Milliarden Euro schweren Aktienrückkaufprogramm, das bis 2028 laufen soll und dessen aktuelle Tranche bis Ende September abgeschlossen werden soll.

An der Börse zeigt sich die Aktie zuletzt uneinheitlich. Zum Wochenschluss stieg der Kurs um 0,57 Prozent auf 147,74 Euro, seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von 22,71 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 195,54 Euro, erreicht im April, bleibt die Aktie jedoch 24,45 Prozent entfernt. Der RSI von 41 deutet auf eine derzeit eher verhaltene Nachfrage hin, ohne dass sich daraus ein klares Signal ableiten lässt.

Der nächste wichtige Termin steht bereits fest: Am 5. August veröffentlicht Siemens Energy die Geschäftszahlen für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Dann dürfte sich zeigen, ob die Markenneuausrichtung zu Omterra bereits erste messbare Effekte auf die Profitabilität zeigt.

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Diskussion zu Siemens Energy

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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