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Siemens Energy Aktie: TI-Verbleib bis 25. August prüfen

Siemens Energy prüft Verbleib der TI-Sparte im Konzern. Der Aufsichtsrat verlangt Alternativen zur geplanten Abspaltung, während das Geschäft boomt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aufsichtsrat fordert neue TI-Optionen
  • Rekordquartal mit 17,9 Mrd. Euro
  • TI-Sparte treibt Wachstum stark
  • Entscheidung erst nach dem 25. August

Siemens Energy muss seine Pläne zur Abspaltung der Sparte Transformation of Industry (TI) noch einmal überarbeiten. Der Aufsichtsrat hat Vorstandschef Christian Bruch und Spartenleiterin Anne-Laure de Chammard aufgefordert, bis zum 25. August alternative Szenarien vorzulegen, die einen Verbleib der Sparte im Konzern vorsehen.

Ein Sonder-Aufsichtsratstreffen am 25. August soll über die Optionen beraten – einen abschließenden Beschluss erwartet der Vorstand an diesem Termin ausdrücklich noch nicht.

Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Siemens Energy operativ so stark aufgestellt ist wie selten zuvor. Vor gut einer Woche hatte der Konzern für das dritte Geschäftsquartal einen Rekordauftragseingang von 17,9 Milliarden Euro gemeldet, getrieben von neuen Höchstwerten bei Gas Services sowie kräftigem Wachstum bei Grid Technologies und eben jener TI-Sparte, um deren Zukunft nun gerungen wird.

Der Auftragsbestand kletterte auf 162 Milliarden Euro, das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,57. Der Aktienkurs hat auf diese Zahlen mit einem Plus von 6,1 Prozent auf Wochensicht reagiert.

TI-Sparte als Wachstumstreiber im Zwielicht

Gerade der starke Beitrag von Transformation of Industry zum jüngsten Rekordquartal dürfte die Debatte im Aufsichtsrat befeuert haben. Eine Sparte, die operativ Fahrt aufnimmt, lässt sich schwerer abspalten begründen als eine Randaktivität.

Konzernchef Bruch hatte die Abspaltungspläne im Zuge des angekündigten Rebrandings vorangetrieben: Siemens Energy und Siemens Gamesa sollen unter der neuen Marke Omterra zusammengeführt werden, ein Prozess, der im weiteren Verlauf des Kalenderjahres beginnen und schrittweise umgesetzt werden soll. Wie sich die TI-Frage in dieses Vorhaben einfügt, ist nun offen.

Parallel dazu bestätigte der Konzern seine im ersten Halbjahr angehobene Prognose für das Geschäftsjahr 2026, mit einer Tendenz der Ergebnis-Marge vor Sondereffekten zum oberen Ende der Bandbreite. Auch die einstige Problemsparte Siemens Gamesa schrieb im dritten Quartal erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder schwarze Zahlen und liegt nach Unternehmensangaben im Plan, den Break-even 2026 zu erreichen.

Kapazitätsausbau läuft unabhängig von Struktur-Debatte weiter

Unabhängig von der Aufsichtsratsdiskussion treibt Siemens Energy den Ausbau seiner Fertigungskapazitäten voran. Bruch bezifferte im Gespräch mit Bloomberg das mögliche Liefervolumen für Gasturbinen 2026 auf 15 bis 16 Gigawatt und kündigte an, bis 2028 die Kapazität für mittlere Gasturbinen auf rund 100 Einheiten zu erhöhen.

Der Gasturbinenbestand des Konzerns nähert sich mittlerweile 69 Gigawatt. Auch bei Grid Technologies wächst das Geschäft: Die Division verzeichnete zum 30. Juni einen Auftragsbestand von 51 Milliarden Euro, die Fertigungskapazität für Transformatoren und gasisolierte Schaltanlagen soll bis 2030 um etwa 50 Prozent steigen.

Am Aktienmarkt zeigt sich die Anspannung um die TI-Frage bislang kaum. Das Papier notiert aktuell bei 163,46 Euro und damit nur knapp unter dem Schlusskurs vom Vortag von 163,70 Euro – die Anleger scheinen die Entscheidung vom 25. August erst einmal abzuwarten, statt vorab Position zu beziehen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

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