Siemens Energy meldete am Mittwoch ein gemeinsames Entwicklungsprojekt für einen Solid-State-Transformer, der künftig Rechenzentren für Künstliche Intelligenz mit Strom versorgen soll. Das Vorhaben entsteht in Kooperation mit einem Partnerunternehmen und markiert einen weiteren Schritt in Richtung Energieversorgung für die stark wachsende Rechenzentrumsbranche.
Technologie als Antwort auf steigenden Strombedarf
Rechenzentren für KI-Anwendungen benötigen enorme und zugleich hochstabile Stromversorgung. Solid-State-Transformer gelten als vielversprechende Technologie, um Spannungsumwandlung effizienter und kompakter zu gestalten als mit klassischen Transformatoren.
Für Siemens Energy fügt sich das Projekt in die strategische Neuausrichtung ein, die der Konzern am vergangenen Freitag mit der geplanten Abspaltung der Transformation-of-Industry-Sparte eingeleitet hatte. Der Fokus verschiebt sich zunehmend auf Stromerzeugung und Stromübertragung – Bereiche, in denen die Nachfrage aus dem Rechenzentrumsboom unmittelbar ankommt.
Analysten mit unterschiedlichen Kurszielen
Mehrere Häuser bewerteten die Aktie zuletzt uneinheitlich. Jefferies senkte am Mittwoch das Kursziel von 215 auf 210 Euro, beließ die Einstufung aber auf Buy. JPMorgan bestätigte am Dienstag die Einstufung Overweight mit einem Kursziel von 245 Euro und bleibt damit das optimistischste der genannten Häuser.
Deutsche Bank Research sah am Dienstag ebenfalls Kaufpotenzial mit einem Kursziel von 210 Euro. Ergänzend startete Banco BTG Pactual laut Medienberichten mit einer Kaufempfehlung. Die Bandbreite der Kursziele zwischen 210 und 245 Euro liegt damit spürbar über dem aktuellen Kursniveau.
Kursreaktion bleibt verhalten
Die Aktie schloss am Freitag bei 147,08 Euro und legte auf Tagessicht um 0,9 Prozent zu. Auf Monatssicht steht dennoch ein Rückgang von 2,7 Prozent zu Buche, während der Titel seit Jahresbeginn weiterhin ein Plus von 22 Prozent verzeichnet. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 152,86 Euro zeigt, dass sich der Kurs derzeit unterhalb seines mittelfristigen Trends bewegt – trotz der positiven Nachrichtenlage rund um die Technologiepartnerschaft.
Für Anleger verdichtet sich damit ein Bild aus zwei Ebenen: Auf operativer Seite positioniert sich Siemens Energy mit neuen Technologieprojekten gezielt im Wachstumsfeld der KI-Infrastruktur. Auf der Bewertungsseite sehen mehrere Analysehäuser trotz der jüngsten Kursschwäche weiterhin deutliches Potenzial nach oben, auch wenn die Einschätzungen bei den konkreten Zielmarken auseinandergehen.
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