Der Energiehunger der Künstlichen Intelligenz verändert den Markt für Großturbinen grundlegend. Siemens Energy greift in Europa zu einer ungewöhnlichen Maßnahme. Wer einen Produktionsplatz für Gasturbinen will, muss ab sofort Vorabgebühren zahlen. Das zeigt eindrucksvoll, wie stark die Nachfrage aktuell die Kapazitäten übersteigt.
KI-Rechenzentren füllen die Auftragsbücher
Inzwischen stammt rund ein Viertel aller Gasturbinen-Anfragen von Betreibern großer Rechenzentren. Konzernchef Christian Bruch steuert hier aktiv gegen. Das Management nimmt bewusst weniger Aufträge aus der Tech-Branche an. Die Folge: Siemens Energy hält wichtige Kapazitäten für traditionelle Energieversorger frei. Das Unternehmen dominiert den Weltmarkt gemeinsam mit GE Vernova und Mitsubishi Power. Diese Strategie festigt die eigene Verhandlungsmacht deutlich.
Windkraft und Netztechnik liefern Impulse
Auch abseits der Turbinen meldet der Konzern operative Erfolge. Die krisengeplagte Windkrafttochter Siemens Gamesa hat den britischen Offshore-Windpark „Sofia“ fertiggestellt. Alle 100 Anlagen stehen im Meer. Der Park liefert künftig 1,4 Gigawatt Leistung. Das Unternehmen plant, die Turbinen im dritten Quartal 2026 an das Stromnetz anzuschließen. Parallel dazu bewertet die Bank of America das Segment Netztechnik positiv. Die Analysten sehen hier hohes Gewinnpotenzial durch den weltweiten Netzausbau.
Langfristiger Trend bleibt intakt
An der Börse konsolidiert das Papier nach dem starken Jahresauftakt. Am Freitag schloss der Kurs bei 153,46 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen verlor der Wert 9,21 Prozent. Dennoch gehört die Aktie mit einem Jahresplus von knapp 25 Prozent weiterhin zu den klaren Gewinnern im Industriesektor.
Der Abstand zur 200-Tage-Linie bei 136,66 Euro dient als solider Puffer nach unten. Der Relative-Stärke-Index notiert nach der jüngsten Korrektur wieder in einem neutralen Bereich. Neue Kursimpulse liefert möglicherweise schon die laufende Woche. Das Management präsentiert sich auf mehreren Investorenkonferenzen in London. Dort dürften Analysten besonders bei den Margenzielen für die Netztechnik genau nachhaken.
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