Jefferies hat Siemens Energy am Mittwoch nach dem Rekordquartal auf „Buy“ belassen und das Kursziel bei 215 Euro bestätigt. Die Analysten reihen sich damit in eine Reihe positiver Stimmen ein, die dem Energietechnikkonzern nach den Zahlen vom vergangenen Mittwoch ausgestellt wurden – mit 215 Euro markiert das Institut zugleich die höchste bislang genannte Zielmarke.
Die Grundlage für den Optimismus bleibt robust. Siemens Energy hatte für das dritte Geschäftsquartal 2026 einen Umsatz von 11,45 Milliarden Euro und einen Gewinn vor Sondereffekten von 1,62 Milliarden Euro gemeldet – nach Angaben von Reuters lagen beide Werte über den Konsensschätzungen.
Der Auftragsbestand kletterte auf 162 Milliarden Euro, gestützt von neuen Aufträgen im Volumen von 17,9 Milliarden Euro und einer Book-to-bill-Ratio von 1,57. Reuters führte das Auftragswachstum auf die anhaltende Nachfrage nach Gasturbinen für KI-Rechenzentren in den USA sowie auf Kraftwerksprojekte im Nahen Osten zurück.
Windtochter kehrt in die Gewinnzone zurück
Ein weiterer Baustein der Rekordbilanz betrifft die einstige Problemsparte des Konzerns: Siemens Gamesa schrieb im dritten Quartal wieder schwarze Zahlen. Reuters bezeichnete dies als wichtigen Schritt im Turnaround der Windtochter, die dem Konzern in den vergangenen Jahren wiederholt schwere Belastungen beschert hatte.
Zusammen mit den starken Kernsegmenten erlaubte diese Entwicklung dem Management, die Prognose für das laufende Geschäftsjahr anzuheben und nun das obere Ende der Margenzielspanne von 10 bis 12 Prozent anzustreben, bei einem weiterhin erwarteten Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent und einem Nettogewinn von rund 4 Milliarden Euro.
Die Kursentwicklung der vergangenen Woche fällt vor diesem Hintergrund verhalten aus: Seit dem Rekordquartal hat die Aktie rund 1,3 Prozent verloren, am Freitag schloss sie bei 161,00 Euro. Zum Wochenschluss stand ein Minus von 0,4 Prozent zu Buche.
Anleger dürften darin eher eine Verschnaufpause nach dem starken Lauf der vergangenen Monate sehen als ein Umdenken zur fundamentalen Story – zumal die Kursziele der Analysten weiterhin klar über dem aktuellen Niveau liegen.
Aufsichtsrat entscheidet Ende August über Spin-off
Parallel zur operativen Stärke wirft eine strukturelle Weichenstellung ihren Schatten voraus. Am 25. August kommt der Aufsichtsrat zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, um über ein mögliches Spin-off der Division Transformation of Industry zu beraten. Reuters betonte, dass eine Entscheidung zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststehe.
Für Investoren bleibt damit neben der laufenden operativen Verbesserung auch die künftige Konzernstruktur ein zentraler Beobachtungspunkt – die Antwort darauf dürfte die Aktie in den kommenden Wochen stärker bewegen als weitere Analystenkommentare zum bereits verarbeiteten Quartalsergebnis.
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