Siemens Energy hat mit den jüngsten Geschäftszahlen für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres überzeugt, doch die Aktie kommt an der Börse nicht recht vom Fleck. Der Kurs pendelt seit Tagen um die Marke von 148 Euro und tut sich schwer, den Bereich nachhaltig zu verlassen.
Ergebnis übertrifft Vorjahr deutlich
Im Quartal bis Ende Juni verdiente Siemens Energy je Aktie 1,28 Euro, nach 0,71 Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte um mehr als 17 Prozent auf 11,45 Milliarden Euro. Analysten sehen das Kursziel für die Aktie im Schnitt bei 194,80 Euro – deutlich über dem aktuellen Niveau.
Für das laufende Geschäftsjahr erwarten Beobachter eine höhere Dividende als die zuletzt gezahlten 0,70 Euro je Aktie, eine offizielle Ankündigung des Unternehmens dazu steht jedoch noch aus.
Die Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn spiegeln die anhaltend hohe Nachfrage nach Energieinfrastruktur wider, insbesondere im Netzgeschäft und bei Gasturbinen. Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob sich diese operative Stärke auch in einer nachhaltigen Kurserholung niederschlägt – bislang bremst der Chart.
Aktie kämpft mit Widerstandszone
Der Schlusskurs von 147,64 Euro am Dienstag liegt gut drei Prozent unter dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 152,24 Euro. Das signalisiert, dass der kurzfristige Trend nach oben noch nicht bestätigt ist, obwohl sich der Titel zuletzt von einem Zwischentief bei rund 140 Euro erholt hat. Zum 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, das im April markiert wurde, fehlen der Aktie derzeit rund 24 Prozent.
Charttechnisch gilt die Zone um 148 bis 150 Euro als kritisch: Gelingt der nachhaltige Ausbruch nicht, drohe laut Markbeobachtern ein erneuter Rückschlag Richtung der jüngsten Tiefstände. Die Volatilität des Papiers bleibt mit annualisiert 44 Prozent hoch – ein Hinweis darauf, dass größere Kursausschläge in beide Richtungen weiterhin wahrscheinlich sind.
Branchenumfeld bleibt unterstützend
Auf der Digital-X-Messe in Köln betonte Siemens-Chef Roland Busch am Dienstag die Bedeutung der Kombination aus Industrie und Künstlicher Intelligenz für den Wirtschaftsstandort Deutschland und sprach von einer „Jahrhundertchance“.
Diese Aussagen betreffen zwar in erster Linie den Mutterkonzern Siemens AG, doch sie unterstreichen das positive Grundklima für Industrieunternehmen mit Energiebezug in Deutschland – ein Umfeld, von dem auch Siemens Energy als eigenständig gelisteter Wert profitieren kann.
Auf breiterer Ebene stützt zudem die staatliche Investitionsoffensive über das milliardenschwere Sondervermögen für Infrastruktur die Stimmung für Werte aus dem Energie- und Industriesektor, auch wenn Kritiker bemängeln, dass ein Großteil der Mittel zunächst anderweitig verplant wurde.
Für Anleger bleibt die Gemengelage ambivalent: Die fundamentalen Kennzahlen von Siemens Energy sprechen für weiteres Potenzial, die Analystenkursziele liegen deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Die charttechnische Lage mahnt jedoch zur Vorsicht, solange der Widerstand um die 150-Euro-Marke nicht überwunden ist.
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