Startseite » DAX » Siemens Energy Aktie: Rückkauf über 1 Milliarde Euro

Siemens Energy Aktie: Rückkauf über 1 Milliarde Euro

Siemens Energy verzeichnet Kursverluste vor Quartalszahlen. Analysten sehen Potenzial, operative Fortschritte und Rating-Upgrade stützen die Aktie.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie fällt auf 134,32 Euro
  • RSI deutet auf Überverkauf hin
  • Analysten sehen Kurspotenzial
  • Rating-Upgrade und Aktienrückkauf

Wer in diesen Tagen auf den Kurs von Siemens Energy schaut, sieht vor allem Rot. Die Aktie notiert aktuell bei 134,32 Euro und verliert allein heute 3,37 Prozent. Für mich ist das die eigentliche Geschichte dieser Woche: Der Markt preist vor den Q3-Zahlen am 5. August offenbar Unsicherheit ein, die operativ so nicht zu rechtfertigen ist.

Der Blick auf den technischen Zustand der Aktie unterstreicht das. Der RSI liegt bei 33,4 – ein Wert, der auf eine überverkaufte Situation hindeutet. Das ist keine Kaufempfehlung, aber es zeigt, wie stark das Sentiment gedreht hat, während die operative Nachrichtenlage der vergangenen Wochen aus meiner Sicht eher konstruktiv war.

Operative Fortschritte, die im Kursverlauf untergehen

Wer sich die Meldungen der letzten Wochen ansieht, findet wenig, das für einen Substanzverlust spricht. Siemens Energy hat am 17. Juni gemeinsam mit einer deutschen Werft den Bau einer 2-Gigawatt-Konverterplattform für den Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz angekündigt – ein Projekt, das die Offshore-Windanbindung in Deutschland weiter voranbringt und zeigt, dass das Unternehmen im Netzgeschäft Aufträge gewinnt, nicht verliert.

Am 17. Juli folgte der offizielle Spatenstich für ein neues Transformatorenwerk im US-Bundesstaat Mississippi, mit dem der Konzern die steigende Nachfrage nach Netzinfrastruktur in den USA bedienen will. Parallel dazu hat das Unternehmen die Vorbereitungen für eine eigenständige Marke gestartet, um die Lizenzabhängigkeit von der Siemens AG zu beenden und künftig jährliche Gebühren einzusparen. Das ist für mich ein Signal struktureller Reife, kein kosmetischer Schritt.

Auch die Bilanzseite liefert Argumente gegen die Verkaufswelle. S&P Global hob am 3. Juli das langfristige Emittentenrating von „BBB“ auf „BBB+“ an und begründete dies mit verbesserter Profitabilität und Cashflow-Generierung. Seit Anfang Juni läuft zudem die zweite Tranche des Aktienrückkaufs mit einem Volumen von bis zu 1 Milliarde Euro, die bis Ende September abgeschlossen sein soll. Ein Unternehmen, das eigene Aktien zurückkauft und gleichzeitig ein Rating-Upgrade erhält, sendet keine Signale einer angeschlagenen Substanz.

Die Analysten-Spanne als Spiegel der Unsicherheit

Genau hier liegt für mich der Kern der aktuellen Diskussion: Die Kursziele der Analysten klaffen aktuell um mehr als 100 Euro auseinander – zwischen 116 und 235 Euro. Diese Bandbreite zeigt, wie unterschiedlich der Markt die kommenden Q3-Zahlen einordnet.

Bemerkenswert ist dabei, dass die zuletzt aktiven Häuser mehrheitlich optimistisch bleiben. JPMorgan Chase bestätigte am 22. Juli die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 235 Euro. Die Deutsche Bank folgte am 23. Juli mit „Buy“ und einem Kursziel von 200 Euro. Beide Einschätzungen liegen deutlich über dem aktuellen Kursniveau und stammen aus den vergangenen Tagen – sie spiegeln also keine veraltete Einschätzung, sondern eine aktuelle Haltung wider. Auch Jefferies hatte Mitte Juli sein Kursziel von 215 Euro bestätigt.

Diese Konstellation – fallender Kurs, aber überwiegend anspruchsvolle Kursziele – lässt sich meines Erachtens nur so lesen: Der Markt trennt aktuell zwischen kurzfristiger Nervosität vor dem Zahlenwerk und der mittelfristigen Einschätzung der fundamentalen Substanz. Die Analysten scheinen Letzterer mehr Gewicht zu geben als der Tagesbewegung.

Fazit: Der 5. August wird zum Prüfstein

Unterm Strich sehe ich die aktuelle Schwäche eher als Erwartungsdruck vor den Q3-Zahlen denn als fundamentale Neubewertung. Das Management hatte im Mai im Rahmen der Q2-Zahlen die Prognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben und einen Nettogewinn von rund 4 Milliarden Euro sowie einen freien Cashflow vor Steuern von etwa 8 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Bleibt der Konzern am 5. August auf diesem Kurs, dürfte die aktuelle Korrektur rückblickend eher als Übertreibung erscheinen denn als berechtigte Neubewertung. Bestätigt sich hingegen operative Schwäche, wäre die breite Kurszielspanne der Analysten plötzlich weniger ein Zeichen von Uneinigkeit als von Vorsicht. Der Bericht am kommenden Mittwoch dürfte diese Frage für die nächsten Monate beantworten.

Anzeige

Siemens Energy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens Energy-Analyse vom 29. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Siemens Energy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens Energy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Siemens Energy: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Siemens Energy

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.