Siemens Energy hat sich vom Frühjahrshoch weit entfernt, doch die Analysten bleiben zuversichtlich. RBC nimmt den DAX-Titel in die Liste der „Top 30 Global Ideas for 2026“ auf und sieht weiter reichlich Luft nach oben.
RBC sieht Fairwert bei 200 Euro
Analyst Colin Moody hält die Aktie erst bei 200 Euro für fair bewertet und bestätigt sein Votum „Outperform“. Bis 2030 erwartet er ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 13 Prozent pro Jahr. Das operative Ergebnis soll im Schnitt sogar um 40 Prozent jährlich zulegen.
Moody stellt das der Branche gegenüber, die nach seiner Rechnung nur auf Steigerungsraten zwischen fünf und neun Prozent kommt. Auch die Deutsche Bank hatte sich zuletzt positiv zur Aktie geäußert.
Korrektur nach dem Rekordhoch
Die Aktie war nach einem steilen Anstieg seit 2024 am 24. April 2026 auf 191,66 Euro geklettert. Danach drückten Sorgen vor geringeren Investitionen in KI-Rechenzentren den Kurs zeitweise bis auf 131 Euro. Zuletzt erholte sich das Papier auf rund 145 Euro, steckt aber technisch weiter in einem Abwärtstrend.
Rückenwind liefern die Unternehmensperspektiven. Der Konzern liegt demnach auf Kurs, das obere Ende seiner Gewinnerwartungen für das Jahr zu erreichen. Hinzu kommt das Ende September gestartete Aktienrückkaufprogramm, das der Markt naturgemäß positiv aufnimmt. Die Kursziele reichen bis zu 210 Euro, so hoch setzt es Jefferies.
Speicherprojekt in Neufundland
Ein Randthema am Rande des Tagesgeschehens: Siemens Energy arbeitet mit dem kanadischen Entwickler Triple Point Resources an der technischen Auslegung eines Druckluftspeichers in einem Salzdom an Neufundlands Westküste.
Die erste Phase soll 150 Megawatt regelbare Leistung für bis zu zehn Stunden täglich liefern. Eine unabhängige Studie sieht Vorteile für das Stromnetz der Provinz. Für den Konzern ist das Projekt bislang eine Entwicklungsaufgabe, kein Auftrag mit Umsatzwirkung.
Was die Kursziele bedeuten
Zwischen dem aktuellen Kurs und den Zielen von 200 bis 210 Euro liegt ein Aufschlag von rund 40 Prozent. Hält die Erholung und bestätigt der Konzern die obere Spanne seiner Jahresprognose, rückt das Rekordhoch von 191,66 Euro als nächste Marke in den Blick. Fällt die Aktie dagegen erneut auf das Tief von 131 Euro zurück, wäre die Erholung der vergangenen Wochen hinfällig.
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