Siemens Energy plant den großen Umbau. Das Geschäft mit Dampfturbinen und Kompressoren steht vor der Ausgliederung. Die Deutsche Bank sieht darin einen massiven Hebel für den Aktienkurs. Analysten bestätigen das Kursziel von 200 Euro.
Intern läuft der Plan unter dem Namen „Project Voyager“. Vorständin Anne-Laure de Chammard prüft aktuell mehrere Optionen. Im Raum steht ein Börsengang oder ein direkter Spin-off. Dabei könnte der Konzern rund 60 Prozent der Anteile abgeben. Die betroffene Sparte liefert derzeit 5,7 Milliarden Euro Umsatz. Etwa 17.000 Mitarbeiter sind hier beschäftigt.
Fokus auf das Kerngeschäft
Das Ziel: eine schlankere Konzernstruktur. Siemens Energy will sich voll auf den Wachstumsmarkt der Elektrifizierung konzentrieren. Für die ausgegliederte Sparte existieren bereits ehrgeizige Prognosen. Bis zum Jahr 2031 soll der Umsatz auf bis zu elf Milliarden Euro klettern. Der operative Gewinn könnte parallel auf 1,8 Milliarden Euro steigen.
Die Pläne stoßen nicht überall auf Begeisterung. Union Investment bezeichnete den Bereich zuletzt als „Blackbox“. Auch die IG Metall fordert deutlich mehr Transparenz für die Belegschaft. Am Aktienmarkt überwiegt indes der Optimismus. Die Aktie notiert aktuell bei 169,74 Euro. Damit verteidigt der Titel knapp die wichtige 50-Tage-Linie. Seit Jahresbeginn steht ein starkes Kursplus von über 38 Prozent auf der Anzeigetafel.
Digitalisierung der Produktion
Neben dem Umbau treibt das Management die Digitalisierung voran. Partner wie Databricks helfen bei der Anbindung von Produktionsdaten an cloudbasierte KI-Systeme. Das soll die Wartung von Großanlagen effizienter machen und Kosten senken.
Am 5. August 2026 legt Siemens Energy die Zahlen für das dritte Quartal vor. Spätestens dann fordern Investoren konkrete Details zur geplanten Abspaltung.
