Siemens Energy baut sein Geschäft mit Offshore-Netzanbindungen weiter aus. Gemeinsam mit Neptun Smulders Offshore Renewables (NSORe) hatte das Unternehmen im Juni den Zuschlag für ein Konverter-System namens North Sea Connector 2 erhalten. Der Auftrag unterstreicht die Rolle des Konzerns bei der Anbindung von Offshore-Windparks an das deutsche Stromnetz.
Onshore-Konverter bei Schwerin, Offshore-Station vor Sylt
Das Projekt sieht einen Onshore-Konverter bei Mühlenbeck nahe Schwerin sowie eine Offshore-Konverterplattform rund 200 Kilometer westlich von Sylt vor. Die Inbetriebnahme ist bis Ende 2034 geplant. Mit dem Vorhaben sollen mehr als 500 neue Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern entstehen. Solche Konverterprojekte zählen zu den langfristig wirkenden Aufträgen im Netzgeschäft, deren Umsatzwirkung sich über Jahre erstreckt.
Der Auftrag reiht sich in eine Serie positiver Nachrichten für Siemens Energy ein. Am Markt richtet sich der Blick derzeit ohnehin stark auf das Unternehmen: Am heutigen Montag zählt die Aktie zu den Gewinnern im DAX, gestützt von einer generellen Erholung KI-naher Werte, nachdem Anthropic von deutlich gestiegenen Umsätzen berichtet hatte. Auch Halbleiterwerte wie Infineon oder Siltronic profitierten davon.
Kurs nähert sich wieder dem Juli-Niveau
Die Aktie von Siemens Energy stieg im Tagesverlauf um rund 2 Prozent und erreichte damit ein Niveau, das zuletzt Anfang Juli erreicht wurde. Mit aktuell 164,94 Euro bleibt das Papier zwar rund 16 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro aus dem April, hat sich seit dem Jahrestief im September vergangenen Jahres jedoch fast verdoppelt.
Die Rekord-Quartalszahlen vom vergangenen Mittwoch, die zuletzt für Aufmerksamkeit sorgten, wirken damit weiter nach – die Aktie legte seither um gut ein Prozent zu.
Analysten sehen im Konzern nach eigenen Angaben weiteres Potenzial, ohne dass dabei neue konkrete Kursziele genannt wurden. Der jüngste Netzauftrag fügt sich in dieses Bild: Er zeigt, dass Siemens Energy neben dem margenstarken Gasturbinengeschäft auch im Bereich der Übertragungstechnik für Offshore-Windenergie weiterhin gefragt ist – ein Segment, das von der Energiewende in Deutschland und dem Ausbau der Nordsee-Windparks strukturell profitiert.
Langfristprojekt mit Signalwirkung
Für Anleger ist der North-Sea-Connector-Auftrag weniger ein kurzfristiger Kurstreiber als vielmehr ein Beleg für die Auftragsqualität im Netzgeschäft. Projekte mit einer Laufzeit bis 2034 liefern Planungssicherheit über viele Jahre und stärken den ohnehin schon umfangreichen Auftragsbestand des Konzerns.
Zusammen mit der positiven Grundstimmung für Industriewerte im DAX, die zuletzt von starken Auftragseingängen in der deutschen Elektroindustrie getragen wurde, ergibt sich für Siemens Energy ein Umfeld, das sowohl operative als auch konjunkturelle Rückenwinde bietet.
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