Siemens Energy sichert sich in Mexiko einen der größten Wasserstoffaufträge seiner Elektrolyse-Sparte. Zusammen mit Techint E&C hat das Unternehmen einen verbindlichen EPC-Vertrag für eine Anlage mit rund 210 Megawatt abgeschlossen. Das Timing passt: Die Aktie läuft ohnehin gut, und in knapp zwei Wochen steht der Kapitalmarkttag an.
Wasserstoff für Methanol in Sinaloa
Auftraggeber ist Transition Industries mit dem Projekt Pacifico Mexinol in Sinaloa. Die Anlage setzt auf den Elyzer-P-300-Elektrolyseur von Siemens Energy und soll erneuerbaren Wasserstoff für extrem kohlenstoffarmes Methanol liefern. Basis ist ein FEED-Vertrag vom August 2025.
Siemens Energy selbst spricht von der bislang größten Elektrolyseurinstallation des Konzerns auf dem amerikanischen Kontinent. Allerdings steht die Vereinbarung unter dem Vorbehalt üblicher Vollzugsbedingungen, darunter die Finanzierung des Projekts. Der Baubeginn ist für Anfang 2027 vorgesehen, die Inbetriebnahme des Komplexes für 2030.
Der Gesamtkomplex ist groß angelegt. Pro Jahr sollen dort Millionen Tonnen Methanol entstehen, überwiegend aus Erdgas mit Kohlenstoffabscheidung, dazu kleinere Mengen aus erneuerbarem Wasserstoff und recyceltem Kohlenstoff.
Bank of America bleibt bei 250 Euro
An der Börse dominiert derzeit allerdings das Gasturbinengeschäft. Die Bank of America bekräftigt ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 250 Euro. Auslöser sind die Zahlen der Konkurrenten GE Vernova und Hitachi: Die Gasmarge von GE Vernova übertraf die Erwartungen deutlich, Hitachi hob im Energiegeschäft die Margenprognose an.
Für neue Aufträge erwartet GE Vernova 2026 rund 50 Prozent höhere Preise pro Gigawatt. Die Analysten halten ihre eigene Gasmargen-Prognose für Siemens Energy im Jahr 2027 deshalb für vorsichtig. Sie liegt bei 19,7 Prozent, der Konsens bei 18,7 Prozent.
Hinzu kommt ein struktureller Unterschied: Anders als GE Vernova ist Siemens Energy noch nicht bis 2030 ausgebucht. Eine Abkühlung der Nachfrage dürfte dort also später einsetzen. Die Aktie legte am Donnerstag um 3 Prozent zu, seit Wochenbeginn steht ein Plus von mehr als 10 Prozent.
Der 11. November im Blick
Am 11. November legt der Konzern seine Ziele bis 2030 vor. Die Bank of America rechnet mit einer Margenspanne von 21 bis 23 Prozent für 2030. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet sie einen freien Cashflow von bis zu 9 bis 10 Milliarden Euro sowie Aktienrückkäufe von 4 Milliarden Euro pro Jahr. Selbst im Negativszenario sehen die Experten noch ordentliches Potenzial.
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