Siemens Energy erweitert seine Aktivitäten im Markt für verflüssigtes Erdgas (LNG). Am Dienstag kündigte das Unternehmen eine Kooperation mit Honeywell Technologies und Technip Energies an. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Entwicklungsarbeit steht die modulare Lösung „SnapLNG 1.5“.
Durch das standardisierte Anlagenkonzept sollen sich künftige Projektlaufzeiten deutlich verkürzen, während zugleich die betrieblichen Emissionen im Förder- und Verflüssigungsprozess reduziert werden.
Das Vorhaben fügt sich in die übergeordnete Strategie zur Bewältigung der weltweiten Energietransformation ein. Ebenfalls am Dienstag betonte Siemens Energy-Manager Karim Amin die Notwendigkeit eines ausgewogenen Kraftwerksparks.
Der globale Ausbau erneuerbarer Energieträger müsse Amin zufolge zwingend durch leistungsfähige Speicher sowie hocheffiziente Gaskraftwerke ergänzt werden. Nur durch diese flexiblen Kapazitäten könne eine verlässliche Stabilität der Stromnetze garantiert werden, wenn die Einspeisung aus Wind und Sonne wetterbedingt schwankt.
Gestärkte Ertragskraft nach Turnaround bei Gamesa
Die jüngsten Initiativen treffen bei dem DAX-Konzern auf ein gefestigtes operatives Fundament. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 hatte Siemens Energy ein deutliches Wachstum verzeichnet.
Der Quartalsumsatz belief sich auf 11,4 Milliarden Euro, während das Neugeschäft mit einem Auftragseingang von 17,9 Milliarden Euro eine spürbare Dynamik aufwies. Aus dem laufenden Betrieb resultierte ein Periodengewinn in Höhe von 1,2 Milliarden Euro.
Eine entscheidende Rolle für die Profitabilität spielte dabei das Sanierungsprogramm im Windbereich. Bei der Konzerntochter Siemens Gamesa gelang nach einer langwierigen Krisenphase die Rückkehr in die Gewinnzone.
Solide Kursentwicklung im Jahresverlauf
An der Börse wird die Kombination aus vollen Auftragsbüchern und dem Fortschritt bei der Restrukturierung aufmerksam verfolgt. Am Freitag beendete das Papier den Handel bei einem Schlusskurs von 140,98 Euro. Trotz zwischenzeitlicher Schwankungen im Technologiesektor beläuft sich das Plus seit Jahresanfang auf 17 Prozent.
Mit einer Marktkapitalisierung von 116,67 Milliarden Euro festigt Siemens Energy seine Positionierung im europäischen Energiesektor. Das Engagement bei modularen LNG-Großprojekten unterstreicht den Anspruch des Unternehmens, konventionelle Gasinfrastruktur als Übergangstechnologie nutzbar zu machen, während parallel der Ausbau netzstabilisierender Systeme vorangetrieben wird.
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