Siemens Energy bündelt sein Kerngeschäft künftig unter einem neuen Namen. Der Konzern und die Siemens Gamesa Renewable Energy sollen noch in diesem Jahr unter dem gemeinsamen Markendach „Omterra“ zusammengeführt werden, wie das Unternehmen mitteilte. Der Schritt markiert einen weiteren Baustein im laufenden Konzernumbau.
Neue Struktur nach der Sparten-Trennung
Der Markenwechsel folgt auf die bereits bekannte Entscheidung, die Dampfturbinensparte „Transformation of Industry“ abzuspalten und mehrheitlich zu verkaufen. Nach diesem Schnitt bleibt bei Siemens Energy vor allem das Geschäft mit Gasturbinen, Netztechnik und der Windkraft-Tochter übrig – genau dieser verbleibende Kern soll künftig als „Omterra“ auftreten.
Die Umbenennung signalisiert, dass der Konzern sich stärker auf die Energiewende-Sparten konzentrieren will, nachdem das margenschwächere Industriegeschäft ausgegliedert wird.
Namensänderungen dieser Größenordnung sind selten reine Kosmetik. Sie sollen Anlegern und Kunden verdeutlichen, dass sich das Unternehmen nach der Abspaltung als fokussierter Energiekonzern positioniert – mit Gasturbinen, Netztechnik und Windkraft als tragenden Säulen, statt als Mischkonzern mit Industriegeschäft.
Operatives Fundament stimmt
Der Rebranding-Schritt fällt in eine Phase, in der die operativen Zahlen deutlich besser aussehen als noch vor Jahresfrist. Im dritten Geschäftsquartal meldete Siemens Energy einen Auftragseingang von 17,9 Milliarden Euro, den höchsten Wert der Firmengeschichte.
Der Umsatz kletterte auf 11,4 Milliarden Euro, ein Plus von 18,5 Prozent auf vergleichbarer Basis. Das Ergebnis vor Sondereffekten schoss von 497 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 1.623 Millionen Euro.
Besonders bemerkenswert: Die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa, die künftig Teil der Marke „Omterra“ werden soll, schrieb erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder schwarze Zahlen und peilt für das laufende Geschäftsjahr den Break-even an.
Der Konzern bestätigte zudem seine Jahresprognose und stellte für die Ergebnis-Marge eher das obere Ende der Spanne von 10 bis 12 Prozent in Aussicht. Der Netto-Gewinn soll bei rund 4 Milliarden Euro landen, der freie Cashflow vor Steuern bei etwa 8 Milliarden Euro.
Kurs spiegelt Übergangsphase
An der Börse hat die Aktie den Umbau bereits honoriert, wenngleich zuletzt Konsolidierung einsetzte. Der Titel schloss am Freitag bei 149,28 Euro und liegt damit rund 24 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, das im April erreicht wurde.
Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Kursplus von 62 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, dass Anleger die strategische Neuausrichtung grundsätzlich positiv bewerten, auch wenn die kurzfristige Bewegung volatil bleibt.
Die Umbenennung in „Omterra“ dürfte in den kommenden Monaten weiter an Kontur gewinnen, während parallel der Verkaufsprozess für die Dampfturbinensparte fortschreitet. Für Anleger bleibt entscheidend, ob sich die operative Stärke aus dem dritten Quartal – Rekordauftragseingang, deutlich verbesserte Marge und die Rückkehr der Windkraft-Sparte in die Gewinnzone – auch nach Abschluss der Umstrukturierung fortsetzt.
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