Ein Kursziel von 235 Euro, eine „Overweight“-Einstufung – und trotzdem rutscht die Aktie weiter ab. Bei Siemens Energy klafft gerade eine auffällige Lücke zwischen Analystenmeinung und Marktreaktion.
Auslöser der Talfahrt war der US-Wettbewerber GE Vernova. Dessen Quartalszahlen fielen trotz eines angehobenen Umsatzausblicks bei Anlegern durch – die Aktie brach um 8,69 Prozent ein. Grund: Die Bewertung nach der starken Rally der vergangenen Monate ließ selbst gute Nachrichten nicht mehr genügen, um weitere Kursgewinne zu rechtfertigen. Aus den Zahlen ging zudem hervor, dass die Windkraftsparte von GE Vernova schwächelt – ein Bereich, in dem auch die Siemens-Energy-Tochter Gamesa aktiv ist.
Gewinnmitnahmen erfassen die ganze Branche
Der Effekt sprang prompt auf Siemens Energy über. Am Vortag verlor die Aktie rund 5 Prozent, phasenweise soll der Intraday-Rückgang sogar bei 8 bis 10 Prozent gelegen haben. Am Donnerstag setzte sich der Abwärtstrend fort, wenn auch deutlich moderater: Der Kurs gab zeitweise um 0,51 Prozent auf 151,54 Euro nach.
JPMorgan sieht Übertreibung
Die US-Bank JPMorgan bestätigte ihre Kaufempfehlung für Siemens Energy und beließ das Kursziel bei 235 Euro. Analyst Phil Buller bezeichnete den Rückschlag von bis zu 9 Prozent als unbegründet und rechnet mit einer Gegenbewegung. Seine Einschätzung: Die Reaktion auf die GE-Vernova-Zahlen trifft Siemens Energy härter, als es die eigenen Fundamentaldaten rechtfertigen würden.
Der Markt folgt dieser Logik bislang nicht. Die Konsolidierung in der internationalen Energietechnikbranche nach der kräftigen Kursrally wirkt schwerer als die einzelne Analystenstimme. Ob sich der Kurs von der Marke um 150 Euro lösen kann, dürfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen – vor allem daran, ob weitere Wettbewerberzahlen die Windkraft- und Bewertungssorgen bestätigen oder entkräften.
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