Der Energiehunger neuer Rechenzentren treibt die Nachfrage nach robuster Strominfrastruktur massiv an. Siemens Energy positioniert sich genau an diesem Knotenpunkt und holt sich nun technologische Verstärkung. Am Markt kommt das gut an. Die Papiere kletterten am Montag um gut zwei Prozent auf 158,92 Euro.
Hardware-Allianz für Rechenzentren
Eine neue Kooperation mit Infineon soll den elektrischen Schutz in kritischen Anlagen auf ein neues Level heben. Der Chipkonzern liefert künftig Siliziumkarbid-Leistungsmodule für die Halbleiter-Schalter von Siemens. Diese Technologie kappt den Strom im Notfall im Mikrosekundenbereich. Das ist bis zu tausendmal schneller als bei herkömmlichen Systemen.
Besonders in KI-Rechenzentren entscheidet dieses Tempo über viel Geld. Selbst minimale Verzögerungen bei Gleichstromnetzen verursachen dort teure Ausfallzeiten. Siemens Energy reagiert damit auf einen rasant wachsenden Markt. Bereits im zweiten Geschäftsquartal verzeichnete der Konzern eine sprunghafte Nachfrage aus den USA.
Netzgeschäft im Fokus
Analysten sehen in dieser Entwicklung einen starken Hebel. Die Bank of America bestätigte am Montag ihre Kaufempfehlung und lieferte eine klare Begründung. Das Gewinnwachstum im Netzgeschäft werde vom Markt weiterhin erheblich unterschätzt. Die Experten verweisen auf den gigantischen globalen Investitionsbedarf, der durch die Energiewende und den KI-Boom entsteht.
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Rückenwind kommt zusätzlich aus Brüssel. Die Europäische Kommission plant mit dem neuen „Cloud and AI Development Act“ einen radikalen Ausbau. Innerhalb der nächsten fünf bis sieben Jahre sollen sich die europäischen Rechenzentrumskapazitäten verdreifachen. Beschleunigte Genehmigungsverfahren in speziellen Zonen dürften die Auftragsbücher der Ausrüster weiter füllen.
Milliardenschwerer Rückkauf stützt
Trotz des jüngsten Kurssprungs notiert die Aktie knapp 19 Prozent unter ihrem Jahreshoch vom April. Mittelfristig bleibt der Trend intakt. Der Kurs behauptet sich komfortabel über der 200-Tage-Linie, die aktuell bei rund 135 Euro verläuft. Ein RSI-Wert von 41 signalisiert dabei eine neutrale Ausgangslage ohne Überhitzung.
Neben dem operativen Geschäft stützt das Management den Kurs durch Kapitalmaßnahmen. Bis September 2026 läuft ein angekündigtes Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro. Für die Folgejahre steht ein noch größerer Rahmen im Raum. Analysten trauen dem Papier derweil weitere Sprünge zu: Das durchschnittliche Kursziel von 25 Experten liegt bei 195,08 Euro.
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