Siemens Energy treibt die Abspaltung seines Industriegeschäfts weiter voran. Wie Reuters berichtete, begann das Unternehmen Ende August mit der rechtlichen und operativen Vorbereitung, den Geschäftsbereich Transformation of Industry in eine eigenständige Einheit zu überführen.
Ziel ist ein unabhängiges Industrie-Energielösungsunternehmen. Diese strukturelle Neuausrichtung bildet aktuell die Grundlage für die Einschätzungen mehrerer großer Analystenhäuser.
Kurszielspanne zwischen 210 und 245 Euro
Die Analystenmeinungen fallen in der ersten Septemberwoche unterschiedlich aus, bewegen sich aber in einer klar umrissenen Spanne. Jefferies senkte am 2. September das Kursziel für Siemens Energy von 215 auf 210 Euro, beließ die Einstufung jedoch bei Buy.
Bereits einen Tag zuvor hatte die Deutsche Bank Research ihr Kursziel mit 210 Euro und der Empfehlung Buy bestätigt. JPMorgan setzt deutlich höher an: Das Institut nannte am 2. September ein Kursziel von 245 Euro bei einer Einstufung Overweight – die Bank hatte diese Einschätzung bereits am Vortag bekräftigt.
Die Bandbreite der Kursziele zwischen 210 und 245 Euro signalisiert, dass die Analysten trotz der jüngsten Zielkorrektur von Jefferies grundsätzlich optimistisch für die Aktie bleiben. Auffällig ist, dass keines der genannten Häuser von seiner grundsätzlich positiven Einstufung abweicht – die Diskussion dreht sich allein um das Ausmaß des Aufwärtspotenzials.
Kurs unter dem 50-Tage-Durchschnitt
Am Freitag schloss die Aktie bei 147,08 Euro, ein Plus von 0,9 Prozent auf Tagesbasis. Damit notiert das Papier weiterhin unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 152,86 Euro, was auf eine gewisse kurzfristige Schwächephase hindeutet. Gemessen an den Analystenzielen von 210 bis 245 Euro liegt zwischen aktuellem Kurs und den Kurszielen eine erhebliche Spanne, die die Erwartungshaltung der Institute unterstreicht.
Strukturwandel als Treiber der Neubewertung
Die geplante Verselbstständigung des Industriegeschäfts dürfte für die Analysten ein zentraler Faktor bei der Bewertung des verbleibenden Konzerns sein. Ein eigenständiges Industrie-Energielösungsunternehmen würde die Konzernstruktur weiter fokussieren und könnte sowohl für die abgespaltene Einheit als auch für den verbleibenden Siemens-Energy-Konzern klarere Bewertungsmaßstäbe schaffen.
Die kommenden Wochen dürften zeigen, wie sich die Vorbereitungen zur Trennung konkretisieren und ob weitere Analystenhäuser ihre Einschätzungen an die neue Unternehmensstruktur anpassen.
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