Siemens Energy hat ein neues Kraftzentrum im Konzern: die Netztechnik. Nach Jahren, in denen Gamesa die Wahrnehmung prägte, zieht nun Grid Technologies die Story. Der Bereich profitiert vom Ausbau der Stromnetze, vor allem in den USA, und hebt die Erwartungen deutlich an.
Die Aktie zeigt, wie viel davon bereits eingepreist ist. Am Dienstag schloss sie bei 171,34 Euro, nach einem Wochenminus von 7,73 Prozent. Seit Jahresanfang bleibt dennoch ein Plus von 39,53 Prozent stehen.
Grid wird zum Renditemotor
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Management bei Grid Technologies nun ein vergleichbares Umsatzwachstum von 25 bis 27 Prozent. Bisher hatte der Vorstand nur ein Wachstum von gut einem Fünftel angepeilt. Die höhere Prognose stützt sich auf starke Nachfrage nach Netztechnik in westlichen Strommärkten.
Auch bei der Marge zieht Siemens Energy die Messlatte hoch. Vor Sondereffekten soll Grid Technologies nun 18 bis 20 Prozent erreichen. Das ist der Kern der Neubewertung: Die Sparte wächst nicht nur, sie wird auch deutlich profitabler.
Der Konzernumsatz stieg im zweiten Quartal auf 10,3 Milliarden Euro. Vergleichbar lag das Plus bei 8,9 Prozent. Neben Grid trug auch Gas Services zur Dynamik bei.
Auftragsbestand stützt den Ausblick
Das Ergebnis vor Sondereffekten kletterte konzernweit auf 1,164 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente Siemens Energy 835 Millionen Euro, nach 501 Millionen Euro im Vorjahr. Damit verschiebt sich der Blick weiter weg von der reinen Sanierungsstory.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Siemens Energy?
Der Auftragsbestand erreichte zum Quartalsende 154 Milliarden Euro. Das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,72. Siemens Energy holt also weiterhin mehr Geschäft herein, als der Konzern abarbeitet.
Die hohe Nachfrage passt zum Investitionszyklus in Stromnetze. Alte Netze müssen mehr erneuerbare Energie, Rechenzentren und industrielle Elektrifizierung aufnehmen. Siemens Energy sitzt damit in einem Geschäft, das weniger vom kurzfristigen Konsum abhängt als viele Industriezyklen.
Gamesa belastet weniger
Gamesa bleibt wichtig, aber die Belastung nimmt ab. Die Sondereffekte lagen im Quartal bei minus 55 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es minus 291 Millionen Euro. Gamesa reduzierte den Verlust vor Sondereffekten auf 44 Millionen Euro.
Das nimmt Druck von der Konzernbilanz. Für das vergangene Geschäftsjahr zahlte Siemens Energy erstmals nach längerer Pause wieder 0,70 Euro Dividende je Aktie. Den Gewinn nach Steuern peilt der Vorstand nun bei rund 4 Milliarden Euro an.
Kurzfristig dürfte der Markt vor allem die Qualität des Wachstums prüfen. Bis zum Geschäftsjahresende bleibt das Raster klar: Grid liefert Wachstum und Marge, Gamesa darf den Fortschritt nicht wieder überdecken.
Siemens Energy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens Energy-Analyse vom 13. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Siemens Energy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens Energy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Siemens Energy: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
