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Siemens Energy Aktie: Goldman Sachs prüft Turbinenverkauf

Siemens Energy erwägt mit Goldman Sachs den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an der Dampfturbinen-Sparte. Analysten bestätigen Kaufempfehlungen, während der Aktienkurs unter Druck bleibt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldman Sachs berät bei Turbinenverkauf
  • Gamesa erzielt erstmals positives Quartalsergebnis
  • Aktienrückkauf über eine Milliarde Euro
  • Bernstein und RBC bestätigen Kaufempfehlung

Ein Bloomberg-Bericht bringt heute Bewegung in die Debatte um Siemens Energy: Der Energietechnikkonzern arbeitet demnach gemeinsam mit Goldman Sachs an einem möglichen Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung am Dampfturbinen-Geschäft. Für mich ist das die eigentliche Nachricht des Tages – nicht die x-te Wiederholung der Frage, ob der Aufsichtsrat morgen über eine Abspaltung berät, sondern die Konkretisierung, wie ein solcher Schritt aussehen könnte.

Warum der Verkauf Sinn ergibt

Die Transformation-of-Industry-Sparte, zu der das Dampfturbinen-Geschäft gehört, war lange ein Klotz am Bein des Konzerns. Dass Siemens Energy nun mit einer der größten Investmentbanken der Welt an einer Mehrheitsveräußerung arbeitet, spricht dafür, dass das Management den Konzern konsequent auf Wachstumsfelder wie Netztechnik und Gasturbinen zuschneiden will.

Für mich überwiegen die Argumente für diesen Schritt: Ein fokussierteres Portfolio dürfte die Kapitalallokation verbessern und dem Kapitalmarkt eine klarere Wachstumsstory liefern.

Dass parallel das operative Geschäft brummt, unterstreicht diese Sichtweise. Erst am 11. August meldete Babcock & Wilcox eine Vereinbarung mit Siemens Energy über 20 Dampfturbinen-Generator-Sets mit zusammen einem Gigawatt Leistung – ausgerichtet auf Rechenzentrumsprojekte.

Zwei Tage zuvor hatten Industriemedien berichtet, das Unternehmen investiere verstärkt in gasbefeuerte Kraftwerkstechnik, mit besonderem Blick auf die erwartete Nachfrage aus den USA. Der Rechenzentrums-Boom trifft also nicht nur die Netzsparte, sondern zieht sich durch mehrere Geschäftsbereiche – ein Umstand, der die Attraktivität eines fokussierten Portfolios zusätzlich erhöht.

Zahlen und Rückkauf als Fundament

Am 5. August legte Siemens Energy die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Bemerkenswert dabei: Siemens Gamesa erzielte erstmals seit längerer Zeit ein positives Quartalsergebnis. Für mich ist das ein Signal, dass auch das einstige Sorgenkind der Gruppe operativ Tritt fasst – ein Baustein mehr in der These, dass der Konzern strukturell auf einem besseren Weg ist, als es der jüngste Kursverlauf suggeriert.

Untermauert wird diese Einschätzung durch das am 17. August abgeschlossene Aktienrückkaufprogramm: Zwischen dem 4. Juni und dem 14. August erwarb Siemens Energy gut 6,4 Millionen eigene Aktien zu einem durchschnittlichen Kurs von 154,63 Euro – ein Volumen von rund einer Milliarde Euro.

Dass der Konzern in dieser Größenordnung Kapital an Aktionäre zurückgibt, während gleichzeitig ein milliardenschwerer Portfolioumbau vorbereitet wird, zeigt aus meiner Sicht ein Management, das sich seiner finanziellen Stärke sicher ist.

Auch von der Analystenseite gab es zuletzt Rückenwind: Bernstein bestätigte am 21. August seine Kaufempfehlung, RBC tat es ihr einen Tag zuvor gleich. Beide Einschätzungen sind frisch genug, um als aktuelle Stimmungslage zu gelten – und beide fallen in eine Phase, in der der Kurs bereits spürbar unter Druck stand.

Der Kurs spiegelt die Unsicherheit, nicht die Substanz

Bei 149,20 Euro schloss die Aktie gestern, nach einem Tagesminus von 2,7 Prozent. Damit notiert das Papier rund 24 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch und auch unter dem 50-Tage-Durchschnitt.

Diese Schwäche lese ich weniger als fundamentales Warnsignal, sondern als Ausdruck der Unsicherheit rund um den bevorstehenden Umbau. Solche Prozesse erzeugen kurzfristig Nervosität, weil Bewertungsfragen zum Verkaufspreis und zur künftigen Konzernstruktur offen sind.

Unterm Strich überwiegen für mich die positiven Signale: operative Fortschritte bei Gamesa, ein prall gefülltes Auftragsbuch im Rechenzentrums-Segment und ein Management, das mit dem möglichen Turbinen-Verkauf einen strukturellen Befreiungsschlag vorbereitet. Die Volatilität der vergangenen Wochen dürfte eher Ausdruck des Übergangs sein als eines fundamentalen Bruchs in der Wachstumsstory.

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Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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