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Siemens Energy Aktie: Gamesa schreibt wieder Gewinn

Siemens Energy meldet Rekordzahlen bei Umsatz und Gewinn, getrieben von KI-Rechenzentren und Nahost-Geschäften. Analysten warnen vor hoher Bewertung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatz steigt um 18,5 Prozent
  • Gamesa wieder operativ profitabel
  • KI-Boom treibt Auftragseingang
  • KGV von 61 nährt Bewertungssorgen

Siemens Energy erlebt einen Auftragsboom, der Anleger aufhorchen lässt – zugleich mehren sich Stimmen, die vor der mittlerweile ambitionierten Bewertung der Aktie warnen. Der Energietechnikkonzern meldete am vergangenen Donnerstag Rekordwerte bei Umsatz, Marge und Auftragseingang für das dritte Quartal 2026. Der Umsatz kletterte um 18,5 Prozent auf 11,45 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen von 11,22 Milliarden Euro deutlich. Das Ergebnis vor Sonderposten erreichte 1,62 Milliarden Euro, ebenfalls klar über der Prognose von 1,38 Milliarden Euro.

Datenzentren und Nahost treiben das Auftragsbuch

Im Zentrum der aktuellen Berichterstattung steht weniger die Bilanz selbst als die Dynamik im Neugeschäft. Siemens Energy verzeichnet einen regelrechten Auftragsschub, der Beobachter am Wochenende erneut beschäftigte. Vorstandschef Bruch bezifferte den Anteil von Rechenzentren- und Nahost-Kunden an den neuen Gasturbinen-Aufträgen auf rund die Hälfte. Der weltweite Boom bei Künstlicher Intelligenz entfaltet damit direkte Wirkung auf die Auftragslage des Konzerns – Rechenzentren benötigen enorme Mengen an gesicherter Stromversorgung, und Gasturbinen gelten als eine der wenigen kurzfristig verfügbaren Antworten darauf. Der breitere Trend zeigt sich auch außerhalb des Unternehmens: Prognosen zufolge könnte der Stromverbrauch von US-Rechenzentren bis 2028 auf 325 bis 580 Terawattstunden steigen, nach 176 Terawattstunden im Jahr 2023. Diese Nachfragewelle kommt Siemens Energy als Ausrüster für Netz- und Erzeugungstechnik unmittelbar zugute.

Gamesa schreibt wieder schwarze Zahlen

Ein zweiter Baustein der jüngsten Nachrichtenlage betrifft die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa. Sie erzielte erstmals seit vier Jahren wieder einen operativen Gewinn – ein Turnaround, der lange als Belastung für den Gesamtkonzern galt. Der Konzerngewinn insgesamt legte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 70 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu. Zusammen mit dem Rekordauftragseingang liefert das ein Bild eines Unternehmens, das seine über Jahre schwächelnden Sparten zunehmend in den Griff bekommt, während das Wachstumssegment rund um Energieinfrastruktur für Rechenzentren zusätzlichen Schub liefert.

Hohe Bewertung nährt Vorsicht

So stark die operativen Zahlen ausfallen, so kritisch wird inzwischen die Bewertung der Aktie diskutiert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt mittlerweile bei etwa 61 – ein Niveau, das nach Einschätzung mehrerer Kommentatoren bereits einen erheblichen Teil des künftigen Wachstums aus dem Rechenzentren-Geschäft vorwegnimmt. Entsprechend wird vor dem Risiko gewarnt, dass ein Nachlassen der KI-Investitionen der Tech-Branche empfindliche Auswirkungen auf die Erwartungen an Siemens Energy haben könnte. Die Warnung fällt in eine Phase, in der die Aktie längst zu den auffälligsten DAX-Werten des Jahres zählt.

Am Kursverlauf lässt sich die Gemengelage ablesen: Am Freitag schloss das Papier bei 153,50 Euro, nach einem Plus von 3,13 Prozent auf Wochensicht – ein Reflex auf die Kombination aus Rekordzahlen und Auftragsschub. Zum 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, erreicht im April, fehlen der Aktie derzeit noch 21,44 Prozent. Die Lücke zeigt, dass der Markt die jüngsten Nachrichten zwar honoriert, von den Höchstständen des Frühjahrs aber weiterhin Abstand hält. Für Anleger bleibt damit die Gratwanderung zwischen operativer Stärke und ambitionierter Bewertung das bestimmende Thema bei Siemens Energy.

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Diskussion zu Siemens Energy

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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