Siemens Energy schafft bei seiner Windkrafttochter Gamesa die Wende. Nach Jahren tiefroter Zahlen erreicht das Segment im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erstmals seit 2022 wieder ein ausgeglichenes Ergebnis. Der Markt honoriert das: Die Aktie steigt binnen einer Woche um 4,9 Prozent auf 161,00 Euro.
Gamesa dreht ins Plus, Gasturbinen bis 2028 ausgebucht
Die Erholung bei Gamesa trifft auf eine ohnehin robuste Nachfrage in den anderen Sparten. Siemens Energy profitiert vom globalen Strombedarf, den vor allem Rechenzentren und KI-Infrastruktur antreiben. Im Gasturbinengeschäft ist der Konzern laut Analystenberichten bereits bis weit ins Jahr 2028 ausgebucht.
Um mit der Nachfrage Schritt zu halten, baut Siemens Energy seine Fertigung aus. Bis 2030 will der Konzern die Produktionskapazität für Transformatoren um 50 Prozent steigern. In Brasilien sicherte sich das Unternehmen zudem einen Offshore-Auftrag über eine Kooperation mit Petrobras.
Rekord-Auftragsbestand, Analysten sehen weiteres Potenzial
Der Auftragsbestand des Konzerns liegt bei rund 162 Milliarden Euro. Das ist ein historischer Höchststand. Analysten von Berenberg und der Deutschen Bank bestätigten nach den jüngsten Quartalszahlen ihre Kaufempfehlungen. Ihr durchschnittliches Kursziel liegt bei rund 196,30 Euro – das entspricht einem Potenzial von über 20 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs.
Charttechnik bleibt konstruktiv
Der RSI von 56,8 zeigt: Die Aktie ist weder überkauft noch überverkauft. Nach oben wartet die Marke von 165 Euro als nächste Hürde. Gelingt der Ausbruch, öffnet sich der Weg Richtung 52-Wochen-Hoch bei 195,38 Euro.
Nach unten bietet der 50-Tage-Durchschnitt bei 155,26 Euro die erste Auffanglinie. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 148,56 Euro dient als langfristige Unterstützung darunter.
In der kommenden Woche dürften makroökonomische Daten zur Industriekonjunktur und die Stimmung im DAX den Kurs prägen. Da die Q3-Zahlen bereits vorliegen, richtet sich der Blick der Investoren nun auf Details zur Gamesa-Restrukturierung sowie mögliche neue Großaufträge im Bereich Netztechnologie. Mit einem Plus von 34 Prozent seit Jahresbeginn bleibt Siemens Energy einer der stärksten Werte im DAX.
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