Starke Zahlen, schwache Kurse. Bei Siemens Energy klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal 2026 einen Rekordauftragseingang von fast 18 Milliarden Euro. Parallel dazu hob der Vorstand die Jahresprognose an.
Die Börse quittiert das mit Verkäufen. In den vergangenen 30 Tagen verlor die Aktie rund 16 Prozent an Wert. Am Freitag ging das Papier bei 155,70 Euro aus dem Handel. Damit notiert der Titel gut 20 Prozent unter seinem Jahreshoch vom April.
Um diesen Trend zu stoppen, startet das Management eine europaweite Investorenoffensive. Das Investor-Relations-Team reist ab dem 9. Juni durch Zürich, München und Skandinavien. Mitte Juni spricht Finanzchefin Maria Ferraro in London. Das Ziel: Vertrauen zurückgewinnen.
Gamesa als Zünglein an der Waage
Der kritische Faktor bleibt die Windkrafttochter Gamesa. CEO Christian Bruch erwartet hier frühestens im vierten Quartal 2026 den Breakeven. Das operative Minus schrumpfte im zweiten Quartal zwar deutlich auf 44 Millionen Euro. Ein echter Wendepunkt sieht jedoch anders aus.
Die Gewinnschwelle bei Gamesa ist keine Nebensache. Der Vorstand hat sie zur festen Bedingung für die gesamte Jahresprognose gemacht. Zuletzt verlangsamte sich der Auftragseingang im Windgeschäft wieder. Das Management muss die Kostenführung verschärfen. Verfehlt die Sparte ihr Ziel, wackelt der Ausblick des Gesamtkonzerns.
Netzsparte und Rechenzentren liefern
Abseits der Windkraft liefert der Konzern starke Argumente. Die Netzsparte peilt im laufenden Jahr ein Umsatzwachstum von über 25 Prozent an. Ein Viertel der verkauften Gasturbinen geht mittlerweile an Rechenzentren. Siemens Energy profitiert massiv vom globalen KI-Boom.
Diese Dynamik schlägt sich in den Büchern nieder. Der Auftragsbestand wuchs auf 154 Milliarden Euro. Der Konzern gewinnt Aufträge derzeit deutlich schneller, als er sie abarbeiten kann. Für das zweite Halbjahr 2026 sind bereits 93 Prozent der Aufträge gesichert.
Entsprechend optimistisch blickt das Management auf das Gesamtjahr. Der freie Cashflow vor Steuern soll rund acht Milliarden Euro erreichen. Die Gewinnmarge schätzt der Vorstand auf zehn bis zwölf Prozent.
Der nächste Impuls für die Aktie folgt am 11. Juni. Dann entscheidet die Europäische Zentralbank über die Zinsen. Niedrigere Kapitalkosten würden die Bewertung der langfristigen Infrastrukturprojekte stützen. Im August legt Siemens Energy schließlich die Zahlen für das dritte Quartal vor. Spätestens dann muss das Management beweisen, dass sich der gewaltige Auftragsbestand in echtes Geld verwandelt.
Siemens Energy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens Energy-Analyse vom 6. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Siemens Energy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens Energy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Siemens Energy: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
