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Siemens Energy Aktie: Fast 18 Milliarden Auftragseingang

Trotz Rekordauftragseingang und angehobener Prognose verliert die Siemens Energy Aktie an Wert. Das Management startet eine Investorenoffensive.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rekordauftragseingang von fast 18 Milliarden Euro
  • Aktie verliert 16 Prozent in 30 Tagen
  • Investorenoffensive zur Vertrauensrückgewinnung gestartet
  • Gamesa-Breakeven als Schlüssel für Jahresprognose

Starke Zahlen, schwache Kurse. Bei Siemens Energy klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal 2026 einen Rekordauftragseingang von fast 18 Milliarden Euro. Parallel dazu hob der Vorstand die Jahresprognose an.

Die Börse quittiert das mit Verkäufen. In den vergangenen 30 Tagen verlor die Aktie rund 16 Prozent an Wert. Am Freitag ging das Papier bei 155,70 Euro aus dem Handel. Damit notiert der Titel gut 20 Prozent unter seinem Jahreshoch vom April.

Um diesen Trend zu stoppen, startet das Management eine europaweite Investorenoffensive. Das Investor-Relations-Team reist ab dem 9. Juni durch Zürich, München und Skandinavien. Mitte Juni spricht Finanzchefin Maria Ferraro in London. Das Ziel: Vertrauen zurückgewinnen.

Gamesa als Zünglein an der Waage

Der kritische Faktor bleibt die Windkrafttochter Gamesa. CEO Christian Bruch erwartet hier frühestens im vierten Quartal 2026 den Breakeven. Das operative Minus schrumpfte im zweiten Quartal zwar deutlich auf 44 Millionen Euro. Ein echter Wendepunkt sieht jedoch anders aus.

Die Gewinnschwelle bei Gamesa ist keine Nebensache. Der Vorstand hat sie zur festen Bedingung für die gesamte Jahresprognose gemacht. Zuletzt verlangsamte sich der Auftragseingang im Windgeschäft wieder. Das Management muss die Kostenführung verschärfen. Verfehlt die Sparte ihr Ziel, wackelt der Ausblick des Gesamtkonzerns.

Netzsparte und Rechenzentren liefern

Abseits der Windkraft liefert der Konzern starke Argumente. Die Netzsparte peilt im laufenden Jahr ein Umsatzwachstum von über 25 Prozent an. Ein Viertel der verkauften Gasturbinen geht mittlerweile an Rechenzentren. Siemens Energy profitiert massiv vom globalen KI-Boom.

Diese Dynamik schlägt sich in den Büchern nieder. Der Auftragsbestand wuchs auf 154 Milliarden Euro. Der Konzern gewinnt Aufträge derzeit deutlich schneller, als er sie abarbeiten kann. Für das zweite Halbjahr 2026 sind bereits 93 Prozent der Aufträge gesichert.

Entsprechend optimistisch blickt das Management auf das Gesamtjahr. Der freie Cashflow vor Steuern soll rund acht Milliarden Euro erreichen. Die Gewinnmarge schätzt der Vorstand auf zehn bis zwölf Prozent.

Der nächste Impuls für die Aktie folgt am 11. Juni. Dann entscheidet die Europäische Zentralbank über die Zinsen. Niedrigere Kapitalkosten würden die Bewertung der langfristigen Infrastrukturprojekte stützen. Im August legt Siemens Energy schließlich die Zahlen für das dritte Quartal vor. Spätestens dann muss das Management beweisen, dass sich der gewaltige Auftragsbestand in echtes Geld verwandelt.

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Diskussion zu Siemens Energy

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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