Siemens Energy steht möglicherweise vor einem tiefgreifenden Umbau. Einem Medienbericht zufolge prüft der Konzern den Verkauf seines Geschäfts mit Kompressoren und Dampfturbinen. Die Deutsche Bank bewertet dieses Szenario äußerst positiv und traut der Aktie einen Sprung auf 200 Euro zu.
Weniger Gas, mehr Strom
Analyst Gael de-Bray sieht in einer möglichen Abspaltung große Chancen. Siemens Energy könnte sich so stärker auf die Elektrifizierung konzentrieren. Parallel dazu ließe sich das Geschäft mit Öl und Gas reduzieren. Das Ziel: eine höhere Gewinnmarge. Eine einfachere Konzernstruktur würde den Bewertungsabschlag gegenüber Konkurrenten wie GE Vernova verringern.
Der Markt reagiert auf hohem Niveau. Am Freitag schloss das Papier bei 168,88 Euro. Damit notiert der Kurs hauchdünn unter der 50-Tage-Linie. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie ein Plus von gut 37 Prozent.
Der mittelfristige Aufwärtstrend bleibt intakt. Die Aktie handelt rund 22 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Analysten sehen Sorgen vor Überkapazitäten bei Gaskraftwerken gelassen. Sie rücken stattdessen das Servicegeschäft und den Netzausbau in den Mittelpunkt.
Netztechnik als Wachstumstreiber
Die operative Messlatte liegt hoch. Im Mai hob der Vorstand die Jahresprognose deutlich an. Das Unternehmen erwartet für das laufende Jahr ein zweistelliges Umsatzwachstum. Den Gewinn nach Steuern schätzt das Management auf rund 4 Milliarden Euro.
Besonders die Netztechnik treibt das Geschäft an. Siemens Energy plant in diesem Bereich ein Umsatzplus von bis zu 27 Prozent. Auch die Windkrafttochter Siemens Gamesa bleibt ein zentraler Prüfstein. Hier peilt der Konzern weiterhin den Break-even an.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt Investoren nicht. Am 29. Juni hält Siemens Energy einen Pre-Close-Call zum dritten Quartal ab. Ab dem 1. Juli gilt dann eine Ruhephase vor den offiziellen Zahlen. Diese präsentiert der Konzern am 5. August. Bis dahin bestimmen Spekulationen über den Konzernumbau die Richtung.
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