KI braucht Strom. Sehr viel Strom. Genau daraus entsteht bei Siemens Energy derzeit die stärkste Börsenstory: Der Ausbau von Rechenzentren und Stromnetzen füllt die Auftragsbücher, während Analysten die Ertragskraft des Konzerns neu bewerten.
Am Freitag schloss die Aktie bei 173,72 Euro, nach einem Tagesminus von 0,88 Prozent; seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 41,47 Prozent. Der Kursrücksetzer ändert wenig am Grundbild: Siemens Energy bleibt einer der auffälligsten DAX-Gewinner.
Deutsche Bank sieht weiter Luft
Deutsche Bank Research bestätigte am 22. Mai das Kaufvotum und beließ das Kursziel bei 200,00 Euro. Der Kern der Argumentation: Die Sorge, das Geschäft mit Gaskraftwerken könne bereits seinen Höhepunkt erreicht haben, greift aus Sicht der Analysten zu kurz.
Besonders wichtig ist der Blick auf die Jahre danach. Ab 2030 könnte das Ersatzteilgeschäft deutlich stärker werden und damit die Margen stabilisieren. Das ist relevant, weil Serviceerlöse in der Regel planbarer und profitabler sind als reine Projektumsätze.
Rechenzentren treiben das Netzgeschäft
Der große Wachstumstreiber sitzt im Netzsegment. KI-Rechenzentren erhöhen vor allem in den USA den Strombedarf und verlangen nach Transformatoren, Schaltanlagen und leistungsfähigeren Netzen. Siemens Energy trifft damit auf einen Markt, in dem Kapazitäten knapp und Lieferketten angespannt bleiben.
Die Dynamik zeigt sich bereits in den Zahlen. Am 12. Mai meldete der Konzern für das zweite Quartal einen Auftragseingang von 17,7 Milliarden Euro und ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,72. Das heißt: Die Neubestellungen lagen klar über dem Umsatz.
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Auch die Profitabilität fällt auf. Grid Technologies erreichte im ersten Quartal des Geschäftsjahres eine operative Marge von 17,6 Prozent, gestützt durch große Aufträge aus der Rechenzentrum-Infrastruktur. Der gesamte Auftragsbestand liegt bei 154 Milliarden Euro und gibt dem Konzern hohe Sichtbarkeit für die nächsten Jahre.
Prognose liefert Fundament
Das Management um CEO Christian Bruch hat die Erwartungen bereits nach oben gesetzt. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Siemens Energy nun mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent, zuvor lag die Spanne bei 11 bis 13 Prozent.
Auch die Gewinnqualität soll steigen. Die operative Marge vor Sondereinflüssen wird bei 10 bis 12 Prozent erwartet. Beim Nettoergebnis peilt der Konzern rund 4 Milliarden Euro an, der Free Cashflow vor Steuern soll etwa 8 Milliarden Euro erreichen.
Ein offener Punkt bleibt Siemens Gamesa. Die Windtochter soll 2026 weiterhin die Gewinnschwelle erreichen. Gelingt das, würde ein wichtiger Belastungsfaktor der vergangenen Jahre weiter an Gewicht verlieren.
Über zwölf Monate liegt die Aktie inzwischen 112,42 Prozent im Plus; das Jahreshoch bei 188,00 Euro ist noch 7,60 Prozent entfernt. Kurzfristig bleibt die Zone um 170 Euro wichtig, auf der Oberseite rückt danach die Marke von 200 Euro näher — passend zum Kursziel der Deutschen Bank und zum nächsten Prüfstein für die Bewertung.
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