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Siemens Energy Aktie: Bruch verteidigt Rechenzentren-Nachfrage

Siemens Energy meldet starke Quartalszahlen, während Gamesa erstmals wieder profitabel ist und ein Aktivistenstreit die Aktie belastet.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Bruch bestätigt feste Infrastrukturaufträge
  • 17,9 Milliarden Euro Auftragseingang
  • Gamesa erzielt wieder positives EBITA
  • Ananym Capital fordert Gamesa-Abspaltung

Siemens-Energy-Chef Christian Bruch hat am Montag Bedenken vor einer Überhitzung im Geschäft mit Rechenzentren zurückgewiesen. Er bestätigte, dass Reservierungen für Strominfrastruktur direkt in feste Aufträge umgewandelt würden – ein Signal gegen Zweifel an der Nachhaltigkeit der Nachfrage aus diesem Segment.

Rekord-Auftragseingang als Basis

Die Aussagen fallen in eine Phase, in der der Konzern operativ so stark wie selten dasteht. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 meldete Siemens Energy einen Rekord-Auftragseingang von 17,9 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBITA von 1,6 Milliarden Euro, was einer Marge von 14,2 Prozent entspricht.

Auch die Windkrafttochter Siemens Gamesa lieferte mit einem erstmals seit 2022 wieder positiven bereinigten EBITA von 75 Millionen Euro einen Beitrag zur insgesamt verbesserten Konzernbilanz.

Vor diesem Hintergrund wirken die Blasen-Bedenken, denen sich Bruch entgegenstellte, wie ein Testlauf für die Belastbarkeit der Wachstumsstory. Rechenzentren gelten als einer der zentralen Nachfragetreiber für die Strom- und Kühltechnik des Konzerns, entsprechend genau beobachten Investoren jede Aussage zur Auftragsqualität in diesem Bereich.

Aktivistischer Investor bleibt Störfaktor

Parallel zur operativen Stärke hält der Vermögensverwalter Ananym Capital an seiner Forderung nach einer sofortigen Abspaltung von Siemens Gamesa fest, mit der eine deutliche Wertsteigerung erreicht werden solle.

Das Management lehnt einen solchen Schritt weiterhin mit Verweis auf die notwendige Stabilisierung der Windkraftsparte ab – ein Konflikt, der angesichts der zuletzt positiven Gamesa-Marge neu an Brisanz gewinnt, da sich die Ausgangslage für eine Bewertungsdiskussion verändert hat.

Kursbild bleibt angespannt

An der Börse hat sich die Nachrichtenlage bislang nicht in einer Erholung niedergeschlagen. Die Aktie notiert vorbörslich bei 142,94 Euro und liegt damit rund 27 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, das im April markiert wurde. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Plus von 60 Prozent, was zeigt, dass der jüngste Rückgang von einem deutlich höheren Niveau aus erfolgt.

Die Gemengelage aus operativer Stärke, ungelöstem Aktivisten-Konflikt und laufender Neuordnung des Konzerns – inklusive der geplanten Verselbstständigung der Industriesparte – dürfte die Volatilität der Aktie vorerst hochhalten. Anleger müssen zwischen den robusten Geschäftszahlen und den strukturellen Umbaurisiken abwägen, ohne dass sich beide Seiten der Gleichung kurzfristig auflösen.

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