Operativ läuft es rund für Siemens Energy. Der Konzern hob erst im Mai seine Prognose massiv an. Parallel dazu schlägt eine neue Studie nun Alarm. Die Bertelsmann Stiftung warnt vor einem politischen Kurswechsel. Das könnte den gesamten Markt für erneuerbare Energien ausbremsen.
Rekordzahlen treffen auf politische Risiken
Die deutsche Branche für erneuerbare Energien wächst. Für das Jahr 2025 meldet die Bertelsmann Stiftung rund 436.000 Beschäftigte. Das markiert einen neuen Rekordstand.
Besonders die Windkraft treibt diese Entwicklung an. Hier stieg die Zahl der Arbeitsplätze zuletzt massiv auf 131.000 an. Auch Photovoltaik und Wärmepumpen verzeichnen starke Zuwächse.
Die Stiftung warnt jedoch eindringlich. Geringere Förderungen für Solaranlagen oder unklare Regeln bei Netzengpässen gefährden diesen Aufschwung. Ein energiepolitischer Kurswechsel der Bundesregierung könnte Tausende Jobs kosten. Vor allem aber bremst er dringend benötigte Investitionen.
Milliardenziele im Schatten der Politik
Für Siemens Energy ist das direkte Umfeld entscheidend. Das Sorgenkind Siemens Gamesa soll im Geschäftsjahr 2026 wieder Tritt fassen. Das Management plant ein Umsatzwachstum von bis zu fünf Prozent. Die Marge soll die Gewinnschwelle erreichen.
Auf Konzernebene sehen die Ziele deutlich ambitionierter aus. Nach einem starken zweiten Quartal rechnet der Vorstand mit einem satten Gewinnsprung. Der Gewinn nach Steuern soll rund vier Milliarden Euro erreichen. Der freie Cashflow wird auf acht Milliarden Euro geschätzt.
Hier offenbart sich der Konflikt. Der Konzern plant mit starkem Wachstum. Die Branche fürchtet indes politische Unsicherheit. Verzögern sich Ausbaupfade oder Netzinvestitionen, trifft das direkt das Kerngeschäft von Siemens Energy.
Kurs erholt sich nach Rücksetzer
Anleger blenden diese Risiken heute aus. Die Aktie klettert um 3,07 Prozent auf 163,36 Euro. Damit stoppt das Papier vorerst den jüngsten Abwärtstrend. Auf Monatssicht steht noch immer ein Minus von gut zehn Prozent auf der Kurstafel.
Langfristig bleibt das Bild bullisch. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel einen Gewinn von 33 Prozent. Der Kurs notiert komfortabel über der 200-Tage-Linie. Diese verläuft aktuell bei 139,66 Euro und dient als massive Unterstützung.
Der Markt honoriert aktuell die operativen Fortschritte des Konzerns. Die Warnungen der Bertelsmann Stiftung zeigen jedoch die fragile Basis dieses Wachstums. Solange die Bundesregierung verlässliche Rahmenbedingungen für den Netzausbau liefert, bleibt die fundamentale Story intakt. Kippt die politische Unterstützung, geraten die ehrgeizigen Milliardenziele für 2026 schnell in Gefahr.
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