Zwei Banken, zwei völlig gegensätzliche Bilder. Barclays warnt vor einem Wendepunkt im wichtigsten Geschäft von Siemens Energy. RBC sieht dagegen gerade erst den Anfang eines langen Wachstumszyklus. Die Aktie steckt mittendrin – und verliert am Freitag deutlich.
Der Kurs fällt um 2,94 Prozent auf 151,94 Euro. Damit liegt das Papier schon 22,30 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 195,54 Euro, erreicht erst am 24. April. Auf Sicht von sieben Tagen steht sogar ein Minus von 9,49 Prozent.
Barclays sieht den Höhepunkt erreicht
Auslöser des Rücksetzers ist eine Herabstufung durch Barclays-Analyst Vlad Sergievskii. Er senkt sein Rating von „Equal Weight“ auf „Underweight“. Sein Kursziel hebt er zwar von 110 auf 130 Euro an. Das liegt aber immer noch deutlich unter dem aktuellen Marktpreis.
Sergievskiis Sorge: Das Gasturbinengeschäft könnte seinen operativen Höhepunkt bereits erreicht haben. Nach 2026 droht laut seiner Einschätzung eine Normalisierung der aktuell noch starken Nachfrage. Genau dieses Geschäft hat Siemens Energy zuletzt kräftig gestützt.
RBC setzt auf den KI-Boom
RBC Capital Markets zeichnet ein anderes Bild. Analyst Mark Fielding bestätigt sein Rating „Outperform“ und erhöht das Kursziel von 200 auf 210 Euro. Sein Argument: Rechenzentren für künstliche Intelligenz brauchen enorme Strommengen und Kühlkapazitäten.
Genau hier sieht Fielding Siemens Energy als Profiteur. Auch die Bank of America soll laut Berichten ähnlich optimistisch eingestellt sein. Der jüngste Auftrag aus dem Oman liefert zusätzlichen Stoff für die Debatte. Siemens Energy stattet dort zwei Kraftwerksprojekte mit rund 2,6 Gigawatt Leistung aus, inklusive Gas- und Dampfturbinen, Generatoren und langfristigen Serviceverträgen.
Die Charttechnik zeigt die Nervosität
Die Kursdaten spiegeln den Streit der Analysten wider. Auf Jahressicht steht die Aktie noch mit 23,73 Prozent im Plus, über zwölf Monate sogar mit 68,86 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 165,46 Euro und damit über dem aktuellen Kurs – ein Signal für den kurzfristigen Abwärtsdruck.
Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei knapp 60 Prozent. Das zeigt: Der Markt ist sich alles andere als einig, wie es mit Siemens Energy weitergeht. Mit einer Marktkapitalisierung von fast 133 Milliarden Euro bleibt der Konzern einer der schwergewichtigsten Werte im DAX.
Zwischen Normalisierungsängsten im Turbinengeschäft und Wachstumsfantasie durch den KI-Boom liegt eine Bewertungsspanne von 130 bis 210 Euro Kursziel. Wie stark sich der Auftrag aus dem Oman und ähnliche Projekte in den kommenden Quartalszahlen niederschlagen, dürfte den nächsten Kursimpuls liefern.
Siemens Energy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens Energy-Analyse vom 10. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Siemens Energy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens Energy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Siemens Energy: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
