Starke Fundamentaldaten, ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm und jetzt eine vertiefte Partnerschaft mit Amazon Web Services — und trotzdem steht der Kurs unter Druck. Siemens Energy startet nach dem Osterwochenende mit einem klaren strategischen Signal in die neue Handelswoche, das die Positionierung des Unternehmens im KI-Infrastrukturzyklus unterstreicht.
Siemens Energy wird Amazons Energiepartner
AWS hat die Kooperation mit Siemens Energy am 2. April offiziell ausgebaut und ist damit zum strategischen Cloud-Anbieter des Konzerns aufgestiegen. Die Vereinbarung ist allerdings keine reine IT-Partnerschaft. Siemens Energy soll weiterhin schlüsselfertige Umspannwerke liefern, um Amazon-Rechenzentren ans Stromnetz anzubinden, und prüft Lösungen im Gigawatt-Maßstab für Stromerzeugung, Mikronetze und Notstromkonzepte. Auf der Gegenseite nutzt Siemens Energy KI-Dienste von AWS — darunter Amazon Bedrock und SageMaker — für smarte Fertigung, Lieferkettenoptimierung und autonomen Anlagenbetrieb.
Der strukturelle Treiber dahinter ist bekannt: Der Boom bei KI-Rechenzentren treibt den Bedarf an zuverlässiger Strominfrastruktur in die Höhe. Siemens Energy steht mit Turbinen und Übertragungssystemen genau an dieser Schnittstelle.
Morgan Stanley zieht die Bremse
Operativ läuft es gut. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Nettogewinn auf 746 Millionen Euro — fast das Dreifache des Vorjahreswerts. Der Auftragseingang erreichte mit 17,6 Milliarden Euro einen Rekordwert. Das Management peilt für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum von 11 bis 13 Prozent, eine Marge vor Sonderposten von 9 bis 11 Prozent und einen freien Cashflow vor Steuern von 4 bis 5 Milliarden Euro an.
Dennoch schloss die Aktie vor der Osterpause mit einem Minus von 1,64 Prozent bei 149,70 Euro. Ausgelöst hatte den Kursrückgang Morgan Stanley: Die Bank strich Siemens Energy von ihrer Liste bevorzugter Investments — ein Schritt, der zuvor rund 5 Prozent Kursverlust ausgelöst hatte. Das Overweight-Rating und das Kursziel von 166 Euro ließ Morgan Stanley zwar unangetastet, verwies aber auf das erhebliche Engagement im Nahen Osten als kurzfristiges Risiko.
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Die Zahlen dahinter sind konkret: Rund 35 Prozent des Gasturbinen-Auftragsvolumens nach Kapazität für 2025 entfallen auf die Region. Das gesamte Geschäftsvolumen im Nahen Osten wird auf rund 9 Milliarden Euro geschätzt — etwa 15 Prozent des gesamten Auftragsbestands. Strategen warnen, dass eine mögliche Umschichtung staatlicher Haushalte hin zu Militärausgaben Investitionsentscheidungen für neue Gasturbinen-Kapazitäten verzögern könnte.
Gamesa und der Quartalsbericht im Mai
Am 12. Mai legt Siemens Energy die nächsten Quartalszahlen vor. Zwei Kennzahlen werden dabei besonders im Blick stehen: der Fortschritt bei der Profitabilität der Windkrafttochter Gamesa sowie die Entwicklung des freien Cashflows. Gamesas operativer Verlust schrumpfte zuletzt auf 46 Millionen Euro — ein deutliches Besserungssignal verglichen mit früheren -374 Millionen Euro. Das Management steuert auf Break-even für das Gesamtjahr 2026 zu, mit einer Ertragswende in der zweiten Jahreshälfte.
Gelingt dieser Turnaround, dürfte das die Nahost-Diskussion in den Hintergrund drängen. Zusätzlich läuft seit März ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2 Milliarden Euro, das bis September 2026 abgeschlossen sein soll — als erste Tranche eines Rahmens von bis zu 6 Milliarden Euro bis Ende des Geschäftsjahres 2028. Das ist ein klares Bekenntnis des Managements zur eigenen Bewertung.
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