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Siemens Energy Aktie: Auftrag für North Sea Connector

Siemens Energy erhält mit Partnern ein Offshore-Projekt über 2 Gigawatt. Die Aktie bewegt sich kaum, während Siemens über KI-Regeln debattiert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Offshore-Plattform für 50Hertz vergeben
  • Projekt umfasst zwei Gigawatt Kapazität
  • Mehr als 500 Arbeitsplätze gesichert
  • Aktie schließt bei 149,28 Euro

Siemens Energy bleibt operativ auf Kurs, während der ehemalige Mutterkonzern Siemens mit einer öffentlichen Warnung vor zu strenger KI-Regulierung für Schlagzeilen sorgt. Für Anleger von Siemens Energy zählt jedoch vor allem das Tagesgeschäft im Netzausbau, das sich am Wochenende erneut bestätigte.

Offshore-Netzanbindung als Wachstumstreiber

Siemens Energy und der Projektpartner NSORe haben gemeinsam mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz den Auftrag für die Offshore-Plattform „North Sea Connector 2″ erhalten – ein Projekt mit einer Kapazität von 2 Gigawatt, das bereits im Juni vergeben wurde. Die Plattform entsteht rund 200 Kilometer westlich von Sylt und soll Windstrom von See ins deutsche Festlandnetz einspeisen.

Die Fertigung übernimmt Siemens Energy an den Standorten Rostock-Warnemünde und Vlissingen, wobei nach eigenen Angaben rund 95 Prozent der Wertschöpfung aus Deutschland stammen, konkret aus Nürnberg und Berlin. Der Auftrag soll mehr als 500 Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern sichern.

Solche Netzanbindungsprojekte gehören zum Kerngeschäft der Sparte Grid Technologies, die von der Energiewende in Europa und dem parallel wachsenden Strombedarf durch Rechenzentren profitiert. Die Kombination aus Offshore-Windausbau und steigendem Netzausbaubedarf bleibt einer der stabilsten Nachfragetreiber für den Konzern.

Busch warnt vor Regulierungsbremse bei KI

Parallel dazu meldete sich Siemens-Chef Roland Busch – nicht zu verwechseln mit dem eigenständigen Unternehmen Siemens Energy – in der „Welt am Sonntag“ zu Wort.

Busch kritisierte, die EU-Regulierung im Bereich Künstlicher Intelligenz komme zu langsam voran: Der AI Act und der Data Act benötigten rund zwei Jahre Umsetzungszeit, während sich KI-Modelle in derselben Zeit sechs- bis achtmal weiterentwickelten. Er sprach sich zudem gegen pauschale Zölle auf chinesische Produkte aus und wies Sorgen vor einer KI-Blase zurück, da die Investitionen aus dem laufenden Cashflow finanziert würden.

Diese Aussagen betreffen zunächst die Siemens AG, die seit der Abspaltung von Siemens Energy im Jahr 2020 ihren Anteil am Energiekonzern kontinuierlich reduziert hat – zuletzt auf 5,54 Prozent laut einer Stimmrechtsmitteilung von Anfang April.

Größter Einzelaktionär von Siemens Energy ist inzwischen der rechtlich eigenständige Siemens Pension-Trust. Für Anleger von Siemens Energy hat die KI-Debatte dennoch indirekte Relevanz: Der wachsende Strombedarf von Rechenzentren in den USA treibt die Nachfrage nach Netztechnik und Turbinenkapazität, von der auch Siemens Energy profitiert.

Kursreaktion bleibt verhalten

Am Aktienmarkt zeigte sich zuletzt wenig Bewegung. Zum Wochenschluss notierte die Aktie bei 149,28 Euro, nach einem Tagesminus von 0,8 Prozent. Auf Sicht von sieben Tagen ergab sich mit 0,2 Prozent kaum eine Veränderung. Der Kurs bleibt damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, das Ende April erreicht wurde – ein Abstand, der zeigt, dass die Rally der vergangenen Monate zuletzt an Schwung verloren hat.

Für Investoren zählt derzeit weniger die kurzfristige Kursbewegung als die Auftragslage im Netzgeschäft. Der neue Offshore-Auftrag unterstreicht, dass Siemens Energy im strukturellen Wachstumsmarkt Stromnetzausbau weiterhin eine gefragte Adresse bleibt – unabhängig von der Regulierungsdebatte, die derzeit primär die Siemens AG beschäftigt.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.