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Siemens Energy Aktie: Analysten begrüßen Omterra-Abspaltung

Siemens Energy meldet starke Quartalszahlen, plant die Abspaltung von ToI und erhält von mehreren Analysehäusern überwiegend positive Bewertungen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Analysten bestätigen überwiegend positive Einschätzungen
  • ToI soll eigenständig weitergeführt werden
  • Rekordaufträge stärken das dritte Geschäftsquartal
  • Siemens Gamesa schreibt wieder schwarze Zahlen

Siemens Energy sortiert sein Portfolio radikal neu – und die Analystenzunft reagiert überwiegend zustimmend. Die angekündigte Verselbstständigung der Sparte „Transformation of Industry“ (ToI) sowie der parallel vorbereitete Verkauf des Dampfturbinen-Geschäfts treffen bei mehreren Häusern auf positive Resonanz, auch wenn konkrete Wertangaben zur neuen Einheit weiterhin fehlen.

Vier Analysehäuser, ein Grundtenor

Am Mittwoch äußerten sich gleich mehrere Analysten zur strategischen Neuausrichtung. JPMorgan-Analyst Phil Buller beließ sein Rating auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 245 Euro und bewertete die Abspaltungspläne grundsätzlich als positiv für die Investmentstory – merkte aber eine gewisse Ernüchterung an, da konkrete Wertangaben zum Geschäftsbereich weiterhin ausstehen.

Jefferies-Analyst Lucas Ferhani bestätigte sein „Buy“-Rating mit Kursziel 215 Euro und argumentierte, die Verselbstständigung ermögliche eine stärkere Fokussierung auf die wachstumsstärkeren Kernbereiche Stromerzeugung und -übertragung.

Auch Deutsche Bank Research zeigte sich am selben Tag zustimmend: Analyst Gael de-Bray beließ sein „Buy“-Rating bei einem Kursziel von 210 Euro und verwies darauf, die Separierung verbessere rechnerisch das mittelfristige Margenprofil des verbleibenden Konzerns.

Etwas früher, am 21. August, hatten bereits RBC Capital Markets und Bernstein Research ihre Einschätzungen zu Siemens Energy aktualisiert: RBC senkte das Kursziel leicht von 210 auf 200 Euro, bestätigte aber die Einstufung „Outperform“.

Bernstein-Analyst Varun Govindaraj bekräftigte sein „Outperform“-Rating mit Kursziel 210 Euro und verwies auf eine Umfrage unter Einkaufsverantwortlichen im Rechenzentren-Sektor, die eine anhaltend hohe Nachfrage nach Netztechnik stützt.

Die geplante neue Einheit, für die intern der Name „Omterra“ kursiert, soll rund 17.000 Mitarbeiter umfassen. Siemens Energy plant eine Entkonsolidierung bei gleichzeitiger Beibehaltung einer wesentlichen Minderheitsbeteiligung. Geprüft werden sowohl ein Börsengang als auch der Einstieg externer Investoren.

Operatives Geschäft liefert Rückenwind

Die strategische Neuausrichtung fällt in eine Phase starker operativer Zahlen. Für das dritte Geschäftsquartal meldete der Konzern einen Rekord-Auftragseingang von 17,9 Milliarden Euro, der Auftragsbestand kletterte auf einen Höchststand von 162 Milliarden Euro.

Der Umsatz stieg auf vergleichbarer Basis um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro, das bereinigte EBITA erreichte 1,6 Milliarden Euro bei einer Marge von 14,2 Prozent. Der Quartalsgewinn belief sich auf 1,2 Milliarden Euro.

Auch die frühere Problemsparte Siemens Gamesa trug zur positiven Bilanz bei: Die Windkrafttochter wies erstmals seit 2022 wieder ein positives bereinigtes EBITA von 75 Millionen Euro aus, nach einem Verlust von 438 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Zusätzlich schloss der Konzern sein Aktienrückkaufprogramm mit einem Gesamtvolumen von rund einer Milliarde Euro ab; die letzten 472.203 Aktien wurden zwischen dem 10. und 16. August erworben.

Kurs unter dem Frühjahrshoch

Trotz der positiven Nachrichtenlage notiert die Aktie am Freitag mit 149,28 Euro rund 24 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, das im April erreicht wurde. Auf Monatssicht steht dagegen ein Plus von 12 Prozent, seit Jahresbeginn liegt das Papier 24 Prozent im Plus.

Der Kurs bewegt sich damit knapp unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 150,81 Euro, was die jüngste Konsolidierung nach der starken Vorjahresrally unterstreicht – auf Zwölfmonatssicht beträgt das Plus 62 Prozent.

Anleger richten den Blick nun auf den 11. November, wenn Siemens Energy die Zahlen für das vierte Quartal sowie den vorläufigen Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2026 vorlegt. Bis dahin dürfte insbesondere die Frage im Fokus stehen, welche Bewertung die neue Einheit am Markt letztlich erzielen kann.

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Diskussion zu Siemens Energy

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

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